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Klimawandel hat bayerisches Grundwasser innerhalb weniger Jahrzehnte erwärmt

Klimawandel hat bayerisches Grundwasser innerhalb weniger Jahrzehnte erwärmt
Der Einfluss des Klimawandels beginnt ab ca. 15 m Tiefe
07.12.2020 − 

Die Grundwasserreservoirs in Bayern haben sich innerhalb weniger Jahrzehnte deutlich erwärmt. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die die Temperaturen an 35 Messstationen in unterschiedlichen Tiefen mit Daten aus den 1990er Jahren vergleicht. In einer Tiefe von 20 Metern sei das Wasser im Mittel fast ein Grad wärmer als vor 30 Jahren, teilte die MLU mit. Die Ergebnisse seien in der Fachzeitschrift „Frontiers in Earth Science“ veröffentlicht worden.

Erwärmt sich die Luft, wird mit der Zeit auch der Boden wärmer, erklärte die Hochschule. Zuletzt erwärme sich so auch das Grundwasser. Dieser Vorgang werde thermische Kopplung genannt. „Der Untergrund ist im Gegensatz zur Atmosphäre allerdings sehr träge“, sagte der Geowissenschaftler Prof. Peter Bayer von der MLU, einer der beiden Autoren der Studie, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Das mache ihn zu einem guten Indikator für den Klimawandel, da der Untergrund nicht auf kurzfristige Temperaturschwankungen reagiert und somit eher langfristige Trends anzeigt.

„Dieser Effekt, dass sich der Boden aufwärmt, konnte bereits gezeigt werden, allerdings gibt es insgesamt noch wenige Daten“, erklärte Bayer. Für die neue Studie haben er und sein Doktorand Hannes Hemmerle deswegen Messungen an 35 Messstationen in Grundwasserreservoirs in Bayern wiederholt, die in den 1990er Jahren durchgeführt wurden. Die Messpunkte seien über den gesamten Freistaat verteilt, so die Hochschule. Das ermögliche einen Einblick in die Entwicklung einer ganzen Region.

Die Geologen konnten zeigen, dass sich fast alle untersuchten Grundwasserspeicher über die Jahrzehnte erwärmt haben. „Ab ungefähr 15 Metern hat der Klimawandel einen ganz klaren Einfluss, kurzfristige lokale oder saisonale Schwankungen sind dann nicht mehr zu messen“, sagte Hemmerle. Im Durchschnitt sei das Grundwasser in einer Tiefe von 20 Metern fast 0,9 Grad Celsius wärmer als noch in den 1990er Jahren. In einer Tiefe von 60 Metern liege die Erwärmung noch bei etwa 0,3 Grad. In der gleichen Zeit stieg die durchschnittliche Lufttemperatur um 1,05 Grad Celsius, fanden die Forscher heraus.

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