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Monitoringbericht: Niedrigwasserstände beeinträchtigen Ökosysteme

Monitoringbericht: Niedrigwasserstände beeinträchtigen Ökosysteme
© BMU/photothek/Thomas Trutschel
28.11.2019 − 

Die zunehmende Trockenheit und häufiger werdende Niedrigwasserstände in Flüssen beeinträchtigten die Ökosysteme und verändern die Wasserverfügbarkeit. Diese Feststellung trifft der zweite Monitoringbericht der Bundesregierung zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, den das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag vorgelegt haben. In den letzten zehn Jahren gab es dem Bericht zufolge immer häufiger niedrige Grundwasserstände, die in einigen Gemeinden bereits zu Problemen mit der Trinkwasserversorgung führten.

Zudem werde die Schifffahrt eingeschränkt und die Versorgung von Kraftwerken und Industrie mit Kühlwasser sei gefährdet. Betroffen seien auch die Land- und Fortwirtschaft: In den letzten 50 Jahren hat das verfügbare Wasser in landwirtschaftlich genutzten Böden dem Monitoringbericht zufolge deutlich abgenommen.

Schulze: Bei Bauprojekten Schutz vor Starkregen einplanen

Der Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur in Deutschland um 0,3 Grad in nur fünf Jahren könne nur mit vorsorgendem Klimaschutz und konsequenter Anpassung an den Klimawandel begegnet werden, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Vorstellung des Berichts. Dies bedeute zum Beispiel, sich bei allen Bau- und Infrastrukturprojekten besser vor Beeinträchtigungen durch Hitze, Starkregen oder Hochwasser zu wappnen. Das gelte auch für die Gestaltung von städtischen Wohngebieten. Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze linderten hier Hitze und verbesserten den Regenwasserrückhalt.

Von Zunahme von Starkregenereignoissen auszugehen

Klimaforschende und Meteorologen gehen davon aus, dass Starkregenfälle zukünftig zunehmen werden, heißt es in dem Bericht weiter. Ein Grund dafür sei, dass die Luft bei höheren Temperaturen mehr Wasser aufnehmen könne – rund sieben Prozent mehr Wasser bei einer Temperaturerhöhung um ein Kelvin.

Im Jahr 2018 verursachten Hitze und Trockenheit in der Landwirtschaft den Angaben zufolge Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro. Jahres- und Vegetationszeiten verschieben sich – so sei die Dauer der Vegetationsperiode von 222 Tagen im Zeitraum 1951 bis 1981 auf 232 Tage im Zeitraum 1988 bis 2017 gestiegen.

"Noch immer zu wenig Abschlüsse von Elementarschadenversicherungen"

Dem Bericht zufolge gibt es trotzdem immer noch zu wenige Abschlüsse von Elementarschadenversicherungen – der Abschluss von Versicherungen gegenüber ex­tremen Naturereignissen wie Starkregen und Hochwasser habe sich noch nicht in der Breite durchgesetzt, auch wenn gerade für diese Gefahren eine Zunahme infolge des Klimawan­dels zu befürchten sei und Starkregenereignisse ortsunab­hängig auftreten. Bundesweit war Ende 2018 aber nur für 43 Prozent der Wohngebäude eine Elementarschadenversicherungen abgeschlossen, heißt es in dem Bericht.

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