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Projekt „Kläffizient“ simuliert Potenzial von Klärwerken als Strom- und Gasanbieter

Projekt „Kläffizient“ simuliert Potenzial von Klärwerken als Strom- und Gasanbieter
Durch Methanisierung kann CO2 aus Klärgas genutzt werden.
03.12.2020 − 

In Nürnberg ist das dreijährige Projekt „Kläffizient“ gestartet. Mit ihm soll das Potenzial von Klärwerken als Strom- und Gasanbieter auf dem Energiemarkt simuliert und experimentell erforscht werden. Das teilte die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) mit, deren Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik das Projekt koordiniert. Beteiligt seien die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) und die eta Energieberatung GmbH. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördere „Kläffizient“ mit etwa 400.000 Euro.

Die Hochschule weist darauf hin, dass das bei der Abwasserreinigung anfallende Klärgas zu zwei Dritteln aus Methan und zu einem Drittel aus Kohlendioxid besteht. Während der Methananteil des Klärgases in Blockheizkraftwerken zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt werde, entweiche das klimaschädliche Kohlendioxid in die Atmosphäre. Sinnvoller wäre jedoch die Methanisierung, während der das Kohlendioxid bei hohen Temperaturen unter Zugabe von Wasserstoff zu Methan und Wasser reagiert.

„Die Methanisierung ist eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Nur als Methan kann Wasserstoff aus erneuerbaren Energien einfach, jederzeit und überall genutzt werden. Gleichzeitig wird das CO2 aus unseren Kläranlagen klimawirksam gebunden“, sagte Projektkoordinator Prof. Jürgen Karl vom Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik der FAU. Der benötigte Wasserstoff stamme idealerweise aus der Elektrolyse von Wasser, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Bei der Elektrolyse entsteht Sauerstoff, den die Kläranlagen zur biologischen Reinigung des Schmutzwassers nutzen könnten. „Der Methanisierungsmodellanlage im Klärwerk Nürnberg wird allerdings keine Elektrolyse vorgeschaltet, der Wasserstoff kommt für den Versuchsbetrieb noch aus Flaschen“, erklärte Matthias Germeroth, Energiemanager bei SUN. Bei der Simulation des Energiesystems der Kläranlage im Modell werde die Elektrolyse jedoch berücksichtigt.

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