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Projekt nutzt Abwasser-Wiederverwendung für Anbau von Salat

Projekt nutz Abwasser-Wiederverwendung für Anbau von Salat
Bildquelle: Thomas Dockhorn - TU Braunschweig
21.02.2018 − 

In einem Projekt ist es gelungen, Salat nur mit gereinigtem Abwasser aus einer Kläranlage anzubauen. Das berichtet aktuell die Technische Hochschule Braunschweig. Im Forschungsprojekt „HypoWave“ seien erstmals Setzlinge in einem hydroponischen Verfahren angepflanzt und mit speziell aufbereitetem Bewässerungswasser aus einer Kläranlage versorgt worden.

Vor dem Hintergrund des hohen Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt auf eine wassersparende Pflanzenproduktion, hieß es. Die Salat-Setzlinge kommen in ihren Pflanzengefäßen den Angaben zufolge ohne Erde aus. Dadurch versickere kein Bewässerungswasser in den Boden, und es verdunste weniger.

Das Forschungsprojekt HypoWave zielt laut der TU Braunschweig darauf ab, die Effizienz der hydroponischen Pflanzenproduktion noch zu erhöhen, indem speziell aufbereitetes Wasser aus kommunalem Abwasser verwendet wird. „Die ersten Ergebnisse zeigen, dass schon bei geringer Nährstoffzufuhr ein gutes Wachstum der Salatpflanzen erzielt werden kann“, sagte Projektleiter Thomas Dockhorn vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig. „Wir konnten fast alle notwendigen Nährstoffe, wie Stickstoff und Phosphor, aus dem Abwasser bereitstellen und unerwünschte Stoffe reduzieren.“ Mit Blick auf einen effizienten Nährstoffeinsatz sei das ein gutes Ergebnis.

In der kommenden Vegetationsperiode soll das System durch technische Anpassungen der Abwasserbehandlungsstufen noch weiter optimiert werden. Auch sollen die Analysen möglicher organischer Spurenstoffe und mikrobiologische Untersuchungen zur Keimbelastung weitergeführt werden. Das interdisziplinäre Forschungsteam wird sich den Angaben zufolge auch mit der Frage beschäftigen, wie effizient bei dieser Form der Bewirtschaftung die Ressource Wasser genutzt werden kann. „Durch die Verwendung von Abwasser und die Vermeidung von Wasserverlusten durch Versickern und Verdunsten können wir den Druck auf die Ressource im doppelten Sinne reduzieren“, so Dockhorn. Das sei nicht unerheblich mit Blick auf den weltweiten Wasserverbrauch in der Landwirtschaft, der bei bis zu 70 Prozent liegt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Forschungsprojekts sei die mögliche praktische Anwendung. „Eine technische Innovation alleine ist aber nicht überlebensfähig ohne die notwendigen Rahmenbedingungen und ohne neue Geschäftsmodelle“, erklärte Projektkoordinatorin Martina Winker vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt. „Wir entwickeln deshalb schon in der Projektlaufzeit tragfähige Kooperationsformen zwischen Siedlungswasserwirtschaft und Landwirtschaft für diese spezielle Variante der Pflanzenproduktion.“ Hierfür werden zur Übertragung des Konzepts Fallstudien in Deutschland, Belgien und Portugal durchgeführt.

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