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Steigende Sulfatkonzentrationen in vielen Binnengewässern

In vielen Binnengewässern weltweit steigen die Sulfatkonzentrationen, obwohl saurer Regen eigentlich der Vergangenheit angehört.
Ein Binnengewässer. Quelle: Solvin Zankl, IGB
29.01.2021 − 

In vielen Binnengewässern weltweit steigen die Sulfatkonzentrationen, obwohl saurer Regen eigentlich der Vergangenheit angehört. Forschende unter Leitung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der dänischen Universität Aarhus geben in einer neuen Studie einen Überblick darüber, aus welchen Quellen das Sulfat heute stammt und welche Folgen es hat. Sie weisen darauf hin, dass die negativen Folgen für Ökosysteme und Trinkwassergewinnung bisher nur regional wahrgenommen werden und empfehlen, Sulfat stärker in rechtlichen Umweltstandards zu berücksichtigen.

„Saurer Regen“ war, so das IGB in einer Mitteilung, ein Phänomen der 1980er Jahre, als bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe große Mengen an Schwefel in die Atmosphäre gelangten. Nachdem Kraftwerke in Nordamerika und Europa zur Rauchgasentschwefelung nachgerüstet wurden, schien die Gefahr zunächst gebannt, und in Deutschland sanken die atmosphärischen Schwefeleinträge um 90 Prozent. In Binnengewässern blieben die Konzentrationen an Sulfat, das aus Schwefel gebildet wird, in den letzten Jahrzehnten dennoch nahezu unverändert; in einigen Regionen stiegen sie sogar. Das sei ein klares Zeichen dafür, dass andere Quellen an Bedeutung gewonnen haben.

Entwässerung, Kunstdünger und Braunkohletagebau sind Hauptursachen

Gelöstes Sulfat entsteht in Binnengewässern natürlicherweise durch die Verwitterung von Mineralien, bei Vulkanismus oder beim Abbau von organischem Material. Doch vor allem menschliche Aktivitäten ließen die Konzentrationen von Sulfat im Wasser deutlich ansteigen. Neben den atmosphärischen Einträgen seien dafür insbesondere die Entwässerung von Mooren, die Absenkung des Grundwasserspiegels für den Braunkohletagebau, Düngerauswaschungen aus landwirtschaftlich genutzten Böden sowie Abwässer aus Landwirtschaft und Industrie verantwortlich. Weltweit mache der landwirtschaftliche Einsatz von schwefelhaltigen Substanzen rund 50 Prozent des jährlich in die Umwelt eingetragenen Schwefels aus. So gelange in einigen Regionen der Welt heute mehr Schwefel in Böden und Gewässer als zum Höhepunkt des sauren Regens.

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