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WWF: Teile der Industrie wollen Wasserschutz in Europa aufweichen

WWF: Teile der Industrie wollen
© Ida Friederson - stock.adobe.com
11.07.2019 − 

Der Umweltverband WWF warnt davor, dass Teile der Industrie den europäischen Wasserschutz aufweichen wollen. Sollte die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) tatsächlich abgeschwächt und aufgeweicht werden, wären verschmutzte Gewässer, Flüsse als „Schiff-Highways“ und Stoffe wie Nitrat in unserem Trinkwasser die Konsequenzen, teilte der WWF bei der Vorstellung seiner Analyse „Unsere Gewässer in Gefahr – Risiken einer Veränderung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“ gestern mit.

Anlass ist der anstehende „Fitness Check“ der Richtlinie durch die Europäische Kommission, den nach Auffassung des Umweltverbandes Teile von Politik und Industrie nutzen wollen, um den Wasserschutz in der EU und Deutschland zu untergraben.

Statt einer Reform oder einer Anpassung, von der in der Diskussion um die Wasserrahmenrichtlinie immer wieder gesprochen werde, geht es, wie die Analyse zeige, „um nicht weniger als einen Rückfall in alte Zeiten, als Flüsse schonungslos umgebaut wurden und Seen kippten“. So fordere die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Zukunft eine Berücksichtigung technischer und finanzieller Verhältnismäßigkeit bei der Festsetzung der Grenzwerte für chemische Stoffe. Heute werden diese Grenzwerte anhand ihrer Giftigkeit des jeweiligen Stoffes auf verschiedene Arten des Nahrungsnetzes wie Algen, Krebstiere, Fische etc. festgelegt.

"Gefährdung bewusst in Kauf genommen"

„Wenn die Grenzwerte für chemische Stoffe aus Gründen der Verhältnismäßigkeit gesenkt werden, wird eine Gefährdung von Lebewesen bis hin zum Menschen bewusst in Kauf genommen“, Diana Pretzell, Direktorin Naturschutz Deutschland beim WWF. In Deutschland seien bisher nur rund 8,2 Prozent der Flüsse und Seen in einem guten ökologischen Zustand, wie ihn die Wasserrahmenrichtlinie fordert.

Der WWF Deutschland hat nach eigenen Angaben Positionspapiere und Stellungnahmen von zwölf nationalen und europäischen Industrieverbänden aus den Bereichen Bergbau, Industrie, Wasser- und Energieversorgung sowie der Landwirtschaft analysiert. Die Analyse sei im Auftrag des WWF Deutschland von einem Consulting-Unternehmen erstellt worden, das auch im Auftrag eben jener Industrieverbände Gutachten erstellt und im Sinne des Informantenschutzes nicht genannt werden möchte.

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