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BMBF: Zusätzliche Behandlungsverfahren können Erreger und Resistenzgene zerstören

BMBF:  Zusätzliche Behandlungsverfahren können Erreger und Resistenzgene zerstören
Bildquelle: Vasily Merkushev - Fotolia
15.02.2018 − 

Vor dem Hintergrund der Funde von multiresistenten Bakterien in mehreren Gewässerproben in Niedersachsen (EUWID 7.2018) hat das Bundesforschungsministerium (BMBF) auf die damit verbundenen Risiken sowie auf dagegen gerichtete Maßnahmen hingewiesen. Ein Risiko bestehe vor allem für immunschwache oder alte Menschen sowie für Neugeborene. Zusätzliche Behandlungsverfahren in Klärwerken könnten Erreger und Resistenzgene zerstören, wie erste Tests im Rahmen des vom BMBF bis Januar 2019 mit etwa 7,4 Millionen Euro geförderten Projekts „HyReKA“ gezeigt hätten, heißt es in einer Mitteilung des BMBF.

Ein Weg, wie die Keime in Flüsse und Seen gelangen, sei über Toiletten und Kläranlagen. Ob und wie sich die Keime über das Abwasser ausbreiten und wie sie sich in der Umwelt verhalten, prüften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem 2016 gestarteten Projekt „HyReKA“. Zudem wollen die Forscher den Angaben zufolge innovative technische Verfahren für Kläranlagen entwickeln, um die Ausbreitung multiresistenter Keime über das Abwasser künftig zu verhindern. Dabei bewerteten sie auch, welches Risiko von multiresistenten Erregern in der Umwelt ausgeht.

Die derzeit in Deutschland üblichen Abwasserbehandlungsverfahren seien nicht für die Elimination unerwünschter Bakterien und Antibiotikaresistenzgene ausgelegt, sagte Thomas Schwartz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das sich am Verbundprojekt beteiligt. Einige Erreger könnten sich daher ungehindert ihren Weg durch die Kläranlagen bahnen, gelangen in Flüsse und Seen, vermehren sich und übertragen ihre Resistenzgene auf andere Mikroorganismen. Denn in der Folge nehmen die Resistenzen in der Umwelt stetig zu.

Auch der Frage, welche technischen Verfahren sich dazu eignen und an welcher Stelle sie eingesetzt werden müssten, gehen die Wissenschaftler im HyReKA-Projekt nach, heißt es weiter. Erste Tests zeigen bereits, dass zusätzliche Behandlungsverfahren in Klärwerken, wie beispielsweise eine Kombination aus UV-Licht-Bestrahlung und der sogenannten Ozonung, Erreger und Resistenzgene zerstören könnten. Ebenso vielversprechend seien Membranverfahren mit besonders feinporigen Filtern, die eine deutliche Reduktion von resistenten Bakterien und Antibiotikaresistenzgenen in behandeltem Abwasser bewirken könnten. Mit diesen Verfahren könnten künftig unerwünschte Bakterien, etwa aus dem Abwasser medizinischer Einrichtungen sowie von Tiermastbetrieben, gezielt eliminiert und die Ausbreitung in Gewässer minimiert werden.

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