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Plastikmüll in Gewässern wirkt sich auf Kommunikation von Kleinstlebewesen aus

Plastikmüll in Gewässern wirkt sich auf
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17.04.2019 − 

Plastikmüll in Gewässern wirkt sich negativ auf Kleinstlebewesen aus, denn die Kommunikation über Botenstoffe wird gestört. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Verhalten von Wasserflöhen der Universität Bayreuth. Botenstoffe, die für die Kommunikation unter Wasser unentbehrlich sind, reichern sich den Forschern zufolge an der Oberfläche von Plastikteilchen an und können dadurch ihre ökologischen Funktionen nicht mehr erfüllen. In der Fachzeitschrift Scientific Reports wurden die  Erkenntnisse aus der Studie kürzlich vorgestellt.

Wasserflöhe bilden Verteidigungsstrukturen aus, wenn Botenstoffe ihnen signalisieren, dass sie von Fressfeinden bedroht sind. Die Verteidigungen sind jedoch deutlich schwächer ausgebildet, sobald sich Plastikmüll im Wasser befindet. „Forschungsarbeiten zu den möglichen Effekten von Plastikpartikeln in der Umwelt haben sich bisher auf direkte Auswirkungen fokussiert, die beispielsweise auftreten können, wenn diese mit der Nahrung aufgenommen werden. Wir haben hingegen an einem Fallbeispiel nachgewiesen, welche potenziellen Risiken die bloße Anwesenheit von Plastikmüll in Ökosystemen hat“, so Prof. Christian Laforsch, der die Forschungsarbeiten koordiniert hat.

Wasserflöhe schützen sich durch vergrößerte körpereigene Strukturen vor Fressfeinden. Botenstoffe, sogenannte Kairomone, bewirken, dass sich diese Strukturen ausbilden. Sie werden von natürlichen Fressfeinden im Wasser abgegeben und signalisieren den Wasserflöhen die Anwesenheit der Räuber, so die Angaben. Das Team der Bayreuther Biologen habe nun untersucht, wie es um dieses körpereigene Verteidigungssystem bestellt ist, falls sich in der Umwelt der Wasserflöhe auch Plastikpartikel befinden.

Die Versuche haben laut der Universität Bayreuth gezeigt, dass Wasserflöhe die genannten Verteidigungsstrukturen deutlich schwächer ausbilden, wenn Plastikteilchen im Wasser waren. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Kairomone zu einem erheblichen Teil an den Plastikpartikeln anlagern. Dadurch können sie im Wasser nicht mehr detektiert werden, so dass den Wasserflöhen fälschlicherweise eine geringere Gefahr signalisiert wird“, so der Erstautor der Studie, Benjamin Trotter.

Die Folgen dieser gestörten Unterwasser-Kommunikation könnten weitreichend sein.

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