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LIAG und OOWV installieren auf Spiekeroog Salzwasser-Überwachungssystem Samos


Quelle: OOWV/LIAG
02.07.2020 − 

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) und der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) wollen mit einer geoelektrischen Messeinrichtung Veränderungen der Salz-Süßwassergrenze im Schutzdünenbereich von Spiekeroog überwachen. Im Rahmen des Projektes „go-CAM“ haben sie jetzt zusammen das Salzwasser-Überwachungssystem Samos auf der Insel installiert. Die Echtzeitauswertungen sollen entscheidende Informationen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung durch den OOWV liefern, teilte das LIAG jetzt mit.

Da Süßwasser leichter als Salzwasser sei, bildeten sich im Untergrund von Inseln so genannte Süßwasserlinsen, die vom umgebenden Salzwasser begrenzt werden. Diese Süßwasserressourcen nachhaltig zu nutzen sei auf den Nordseeinseln wie Spiekeroog eine besondere Herausforderung. Einflüsse des Klimawandels und ein zunehmender Tourismus könnten mit einem steigenden Wasserbedarf auf der Insel einhergehen.

Die dadurch forcierten, steigenden Grundwasserentnahmen verursachten möglicherweise eine nachteilige Verschiebung der Süß-Salzwassergrenze im Untergrund. Die Folge wäre eine zunehmende Versalzung des Grundwassers, was die gesamte Wasserversorgung der Inseln gefährden könnte.

Vertikale Elektrodenstrecke von rund 24 Metern Länge

Das Überwachungssystem diene dazu, die Lage der Süß-Salzwassergrenze im Untergrund von Spiekeroog besser kontrollieren zu können. Dabei wurde eine vertikale Elektrodenstrecke von rund 24 Metern Länge in ein Bohrloch von etwa 50 Metern Tiefe gesetzt und mit einer Messstation an der Oberfläche verknüpft. Täglich werde der elektrische Widerstand gemessen, der direkt mit der Mineralisation des Grundwassers zusammenhänge. Mit einem integrierten Solarpanel versorge sich diese Monitoringanlage selbst mit Energie und könne so langfristig Daten sammeln.

Das Projekt ermögliche dabei explizit die digitale, zeitnahe und praxisfreundliche Aufbereitung der Daten. Die Daten seien für den OOWV jederzeit einsehbar und weiter verwertbar.

Es sei für die nachhaltige Wassernutzung entscheidend, den Überblick über die Salz- und Süßwassergrenze unter Spiekeroog zu behalten, meint die LIAG-Projektleiterin go-CAM, Helga Wiederhold: „Wir brauchen fortlaufende Messreihen, um die Langzeitentwicklung zu verstehen. Wird zu viel Wasser abgepumpt, kann Salzwasser aufsteigen. Überschreitet der Chloridgehalt den rechtlich zulässigen Grenzwert, kann das Grundwasser nicht mehr genutzt werden. Mit unserem Salzwasser-Überwachungssystem Samos können wir unserem Kooperationspartner OOWV genau aufzeigen, ob sich die Salzwassergrenze verschiebt und im Zweifelsfall früh Warnung geben.“

Der Projektleiter des go-CAM-Projektes für den OOWV, Konstantin Scheihing, sieht in der Fertigstellung der SAMOS-Messstelle einen entscheidenden Schritt für eine langfristig nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung auf Spiekeroog.

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