Erftverband treibt KI-gestützte Hochwasserprognosen voran

Der Erftverband treibt mit dem Projekt Rivercast die Digitalisierung und Modernisierung des Hochwasserschutzes im Erft-Einzugsgebiet voran. Ziel des Vorhabens ist es, durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), moderner Sensorik und innovativer Datenübertragung präzisere Hochwasservorhersagen zu ermöglichen, geht aus der aktuellen Ausgabe der Verbandspublikation „Informationsfluss“ hervor.

Das Projekt baut auf dem bestehenden Hochwasserinformationssystem HOWIS Erft auf, das seit den 2000er-Jahren Mess- und Prognosedaten, insbesondere von Niederschlags- und Abflussdaten, zur Einsatzplanung und Steuerung von Hochwasserrückhaltebecken bereitstellt. Rivercast nutzt technologische Fortschritte in der Modellierung, Visualisierung sowie in der Mess- und Übertragungstechnik, um insbesondere auch bislang unbeobachtete kleinere Gewässer in das Hochwassermanagement einzubeziehen. Projektpartner sind Terratransfer, das Bochumer Institut für Technologie sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Kernbestandteile des Projekts sind der Aufbau eines erweiterten Messnetzes mit IoT-Sensoren, die Entwicklung KI-gestützter Zuflussprognosen für Hochwasserrückhaltebecken sowie die Erprobung hybrider Datenübertragungssysteme aus Mobilfunk- und Satellitenkommunikation zur Erhöhung der Ausfallsicherheit. Darüber hinaus soll das Potenzial von KI-Ansätzen in Verbindung mit dem erweiterten Messnetz für bislang unbeobachtete Einzugsgebiete getestet werden. Im Anschluss an die im Rahmen des Projekts laufende Testphase wird eruiert, in welcher Form KI-Ansätze in den operativen Hochwasservorhersagebetrieb des Erftverbandes eingebunden werden. Zudem entsteht eine neue Informationsplattform zur Visualisierung und Integration hydrometeorologischer Daten, die auch kommunale Systeme einbinden soll.

Das Projekt konzentriert sich auf das südliche Erft-Einzugsgebiet; bis Ende 2026 sollen rund 15 zusätzliche Messstandorte eingerichtet werden. Gefördert wird Rivercast im Rahmen des Innovationswettbewerbs GreenEconomy.IN.NRW durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union.

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