Erster Spatenstich für Ash2Phos-Anlage in Schkopau

Im Chemiepark Schkopau im Saalekreis haben Easymining und Gelsenwasser gemeinsam mit dem Umweltminister Sachsen-Anhalts, Armin Willingmann (SPD), den ersten Spatenstich für ihre neue Anlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche gesetzt. Betrieben wird das Projekt von der Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS), einem Joint Venture der beiden Unternehmen. Der entsprechende Pachtvertrag über das Grundstück im Dow Value-Park wurde im Vorfeld unterzeichnet.

Wie mehrfach berichtet, soll in der Anlage die Ash2Phos-Technologie von Easymining zum Einsatz kommen, mit der nach Angaben des Unternehmens mehr als 90 Prozent des in der Asche enthaltenen Phosphors zurückgewonnen werden können. Eines der Hauptprodukte des Verfahrens ist RevoCaP – ein phosphorhaltiger Dünger, der kürzlich von der Europäischen Kommission für den Einsatz in der ökologischen Landwirtschaft zugelassen worden sei. Auch in der konventionellen Landwirtschaft sei das Produkt einsetzbar.

Neben Phosphor werden zudem Eisen- und Aluminiumverbindungen sowie Sand für die Wiederverwendung separiert. Schadstoffe werden laut Unternehmen nicht nur gebunden, sondern vollständig aus dem Stoffstrom entfernt. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt das Vorhaben mit 27 Mio. Euro aus dem Just Transition Fund (JTF) der EU. Die Gesamtinvestitionen liegen im hohen zweistelligen Millionenbereich. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2027 vorgesehen. Dann soll sie jährlich 30.000 Tonnen Klärschlammasche verarbeiten.

„Dieses innovative Vorhaben zur Rückgewinnung von Phosphor wird beispielhaft aufzeigen, dass sich Umwelt- und Ressourcenschutz auch wirtschaftlich auszahlen“, sagte Umweltminister Willingmann. Lars Lindén, Geschäftsführer der Ragn-Sells-Gruppe, dem Mutterkonzern von Easymining, erklärte: „Wenn es uns mit der Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft ernst ist, müssen wir die Ressourcen, die wir bereits gewonnen haben, wieder und wieder nutzen. Das gilt insbesondere für kritische Rohstoffe, wie hier in unserem Fall Phosphor.“

„Die Etablierung eines sauberen Phosphor-Recyclings fördert Deutschlands Unabhängigkeit von einem lebenswichtigen Rohstoff und führt zu einer hohen Reduzierung von Schadstoffen im Stoffkreislauf“, sagte Henning Deters, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG. „Durch die Monoverbrennung von Klärschlämmen und der Phosphorrückgewinnung aus der Asche bereiten wir Abfälle aus der kommunalen Abwasserbehandlung auf und stärken den Gewässer- und Bodenschutz in Deutschland.“

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