Kläranlagen können tatsächlich zu einer kommunalen Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz beitragen. Zu diesem abschließenden Ergebnis kommt das dreijährige Forschungsprojekt „RoKKa – Rohstoffquelle Klärschlamm und Klimaschutz auf Kläranlagen“. In sieben Pilotanlagen auf der Kläranlage Erbach sei es gelungen, Phosphor- und Stickstoffverbindungen für die Düngemittelproduktion zurückzugewinnen, CO2 aus dem Faulgas als Rohstoff für neue Produkte zu nutzen und Lachgasemissionen zu reduzieren. Das teilte das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB mit, das das Verbundprojekt zusammen mit der baden-württembergischen Landesagentur Umwelttechnik BW koordiniert hat.
Mit der konventionellen Abwasserreinigung gehen wichtige Pflanzennährstoffe wie Stickstoff und Phosphor verloren, betont das Fraunhofer IGB. So würden Stickstoffverbindungen unter hohem Energieverbrauch zu molekularem Stickstoff umgewandelt, der als Gas in die Atmosphäre entweicht. Phosphor wiederum werde zumeist in Form von nicht pflanzenverfügbaren Eisen- oder Aluminiumphosphaten gefällt und mit dem Klärschlamm entsorgt, obwohl die natürlichen Phosphatvorkommen für die Produktion von Düngemitteln knapper würden.
Dass Kläranlagen nicht nur Abwasser reinigen, sondern vielmehr zu einer klimaschonenden Kreislaufwirtschaft beitragen können, hätten die zehn Projektpartner von RoKKa gezeigt, die zukunftsweisende Verfahren zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abwasser pilotiert und über mehrere Monate erprobt hätten. Die sieben Demonstrationsanlagen könnten als eigenständige Module in Kläranlagen integriert werden.
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