Die Datenlage über die Belastung der Flüsse in Deutschland mit Mikroplastik ist in der Forschung bislang uneinheitlich. Darauf hat ein Forschungsteam der FH Münster hingewiesen, das die Datenlage zur Mikroplastikbelastung untersucht. Wie die FH Mitte Oktober mitteilte, formulierten Prof. Samir Salameh, Linus Hartz und Lisa Grabinski vom Fachbereich Chemieingenieurwesen der FH Münster Handlungsempfehlungen, um die Datenlage zu standardisieren und vergleichbar zu machen.
„Das Messverfahren, um die Mikroplastikbelastung in Gewässern zu quantifizieren und qualifizieren ist nicht standardisiert“, erklärte Hartz. Auch widersprächen sich einige Fachartikel zu dem Thema. „Es werden zwar die gleichen Fragen behandelt, jedoch gibt es entgegenstehende Äußerungen in den Aufsätzen. Mal wird die Belastung durch Klärwerke als hoch, dann als niedrig oder eher durchschnittlich beschrieben.“ So gebe es keine klaren Aussagen.“
So müsste es noch mehr Messungen geben, um verlässliche Daten zu schaffen. Ratsam wäre den Wissenschaftlern zudem, die Messungen zu standardisieren und damit vergleichbar zu machen. „Die Netze, mit denen die Proben gesammelt werden, sollten über standardisierte Maschenwerte verfügen“, so Hartz. Und auch das Messverfahren selbst sollte vereinheitlicht werden, etwa, indem immer drei Messungen durchgeführt werden, die auch jeweils gleichlang dauern – idealerweise zehn bis 20 Minuten.
Der Artikel „Microplastic pollution in aquatic environments: a meta-analysis of influencing factors and methodological recommendations“ ist als Open Access-Publikation im Online-Journal „Frontiers in Environmental Science“ erschienen.


