Gletscherseen sind zugleich Wasserspeicher und schützenswerter Lebensraum

Forschende aus Potsdam und Leeds leiten Nutzungsszenarien ab

Sollen wachsende Gletscherseen für die Energie- und Wasserversorgung genutzt werden – oder als ökologisch wertvolle Systeme geschützt bleiben? Ein Forschungsteam der Universität Potsdam hat zusammen mit Partnern der University of Leeds Verteilung und Volumen von Gletscherseen weltweit erfasst. Aus ihren Ergebnissen lassen sich verschiedene Nutzungsszenarien ableiten, insbesondere dort, wo heute noch die mächtigsten Gletscher existieren, heißt es in einer Mitteilung der Universität Potsdam.

In nur wenigen Jahrzehnten hat sich das Erscheinungsbild vergletscherter Regionen weltweit stark verändert, führt die Universität aus. Wo einst mächtige Eismassen Täler und Senken aushöhlten, erstrecken sich heute immer häufiger Gletscherseen. Mehr als 71.000 solcher Seen seien jüngst weltweit erfasst worden. Ihre Zahl sowie ihre Fläche wachsen weiter, da sich die Gletscherschmelze infolge des Klimawandels beschleunigt. Wissenschaftler der Universitäten Potsdam und Leeds haben den Angaben zufolge untersucht, wie sich durch die abschmelzenden Eismassen das global verfügbare Wasservolumen in Gletscherseen verändert hat – und welches Nutzungspotenzial sich daraus künftig ergeben könnte. Bislang ist das Volumen von nur etwas mehr als 300 Gletscherseen durch direkte Tiefenmessungen bekannt.

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