Eines der ältesten und größten Abwasserbauwerke Hamburgs wird saniert: Das Kuhmühlenstammsiel zähle mit einer Breite von 4,30 Metern und einer Höhe von 3,70 Meter zu den größten Stammsielen im Hamburger Abwassersystem, heißt es in einer Mitteilung von Hamburg Wasser von Mitte Oktober. Es wurde 1904 fertiggestellt und transportiert häusliches Abwasser sowie Regenwasser aus mehreren Stadtteilen in Richtung Klärwerk Hamburg. Die anstehenden Arbeiten bilden den Auftakt für das Sanierungsprogramm „Alte Riesen‘‘, mit dem Hamburg Wasser die historischen, gemauerten Abwasserkanäle der Stadt für kommende Generationen ertüchtigt.
Das Programm leiste einen wichtigen Beitrag zur Ertüchtigung der Abwassersysteme. Zwischen den Landungsbrücken und der Niederbaumbrücke verläuft das Siel. Die Sanierung des 530 Meter langen Abschnitts des insgesamt 6,6 Kilometer langen Kuhmühlenstammsiels soll voraussichtlich bis April 2027 abgeschlossen sein.
Ein wesentlicher Teil des Abwassers nördlich der Elbe wird den Angaben zufolge über Hamburgs große Stammsiele entsorgt: das Kuhmühlenstammsiel, das Geeststammsiel, das Isebekstammsiel, das Große-Bleichen-Siel sowie der Silbersackstollen. Um die alten Siele für künftige Generationen zukunftsfest zu machen sowie die Stadt resilient gegen Klimafolgen aufzustellen, setze Hamburg Wasser nun das umfangreiche Sanierungsprogramm um.
Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) erklärte, der Bau der Kanalisation vor über 100 Jahren sei ein entscheidender Faktor für Hygiene, Sicherheit und Lebensqualität in Hamburg und sei es bis heute; jetzt gelte es, die historische Infrastruktur für kommende Generationen zu sichern und klug zu erweitern. Hamburg Wasser habe mit neuen, großen Abwasserkanälen frühzeitig die Voraussetzungen geschaffen, um die Kanalisation zukunftsfest zu machen und die Stadt wirksam an die Folgen des Klimawandels anzupassen.



