
Nach niederschlagsreicheren Wochen zum Ende des Winters und zusätzlichen Zuflüssen durch die einsetzende Schneeschmelze haben sich die Füllstände der Trinkwasser-Talsperren im Westharz spürbar erholt. Aktuell sind die Speicher zu rund 68 Prozent gefüllt, der langjährige Durchschnitt beträgt 83 Prozent, wie die Harzwasserwerke Ende März mitteilten. „Die Entwicklung der vergangenen Wochen hat die Situation an den Talsperren deutlich verbessert. Auch wenn die Talsperrenfüllstände weiter unterdurchschnittlich gefüllt sind, ist die Trinkwasserversorgung gesichert“, erklärte Hendrik Rösch, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke.
Bereits Ende Februar führten zunehmende Niederschläge im Harz zu einer Entlastung der Talsperren, heißt es weiter. In Kombination mit der Schneeschmelze sei es in den vergangenen Wochen zu deutlich höheren Zuflüssen und damit zu einem Anstieg der Füllstände an allen sechs Westharz-Talsperren gekommen. Zuvor waren die Talsperren infolge eines sehr trockenen Frühjahrs 2025 und zuletzt auch trockenen Wintermonaten deutlich unterdurchschnittlich gefüllt, so die Harzwasserwerke. Besonders sichtbar sei die Entwicklung an der Ecker- und Sösetalsperre, die aktuell Füllstände von rund 82 Prozent, beziehungsweise 72 Prozent erreichen. Auch die Okertalsperre konnte sich den Angaben zufolge erholen und von etwa 33 Prozent im Februar auf rund 45 Prozent Füllstand ansteigen.
Ein entscheidender Faktor für die Versorgungssicherheit bleibt den Harzwasserwerke zufolge das Verbundsystem der Harzwasserwerke. Die Oker- und Innerstetalsperre sind mit der Granetalsperre verbunden und können die dortige Trinkwasserproduktion bei Bedarf durch Überleitungen unterstützen. Mit einem aktuellen Füllungsgrad von rund 60 Prozent verfügt auch die Granetalsperre als größte Trinkwassertalsperre über ausreichende Reserven für die kommenden Sommermonate.
Während sich die Situation bei den Talsperren kurzfristig verbessert habe, wirkten sich Niederschläge und Trockenphasen auf Grundwasserleiter meist erst mit einer zeitlichen Verzögerung aus. Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung, die Grundwasserstände und die Förderung zeigten sich daher in der Regel erst über einen längeren Zeitraum. An vielen Grundwassermessstellen ist den Angaben zufolge weiterhin der Einfluss der feuchteren Jahre 2023 und 2024 erkennbar.



