Vertreter der Heilbronner Versorgungs GmbH (HNVG), der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn sowie der MSE Mobile Schlammentwässerungs GmbH haben Anfang April den Vertrag zur thermischen Klärschlammverwertung und Phosphorrückgewinnung unterschrieben. Damit wird sichergestellt, dass die Kläranlagen in Heilbronn, Oedheim, Neudenau und Widdern die neuen Anforderungen der Klärschlammverordnung erfüllen, teilte die HNVG letzte Woche mit.
Spätestens ab 2029 werde der Klärschlamm aus der Kläranlage Heilbronn in einer Monoverbrennungsanlage thermisch verwertet, und die dabei entstehenden Aschen würden einer Phosphorrückgewinnung zugeführt. „Mit der Unterzeichnung des Vertrags stellen wir den Transport, die Entsorgung und ab 2029 auch die Phosphorrückgewinnung für mehrere Jahre sicher“, erklärte Timo Mechler, Abteilungsleiter Abwasser der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn.
Der HNVG zufolge fallen in der Kläranlage Heilbronn, für deren Betriebsführung die HNVG zuständig ist, jährlich rund 15.100 Tonnen Klärschlamm aus elf Kommunen an, was etwa 40 Prozent des gesamten Klärschlammaufkommens im Stadt- und Landkreis Heilbronn entspricht. „Gemeinsam mit der MSE haben wir nicht nur eine langfristige Abwasserentsorgung für die Bürgerinnen und Bürger im Raum Heilbronn sichergestellt, sondern auch einen Partner gefunden, mit dem wir eine ressourcenschonende Phosphorrückgewinnung lokal umsetzen werden“, betonte Frank Schupp, Geschäftsführer der HNVG.
Wie berichtet, hatte die MSE Mobile Schlammentwässerungs GmbH die Bündelausschreibung zur Klärschlammentsorgung mit P-Rückgewinnung im Stadt- und im Landkreis Heilbronn gewonnen. Das in Karlsbad bei Karlsruhe ansässige Unternehmen wird künftig für 40.000 Jahrestonnen Klärschlamm-Originalsubstanz aus 19 Kläranlagen zuständig sein. Vereinbart wurde ein Zehn-Jahres-Vertrag mit Verlängerungsoption. Zudem übernimmt das Unternehmen die gesamte Logistik.
„Mit über 30 Jahren Erfahrung in der nachhaltigen, sicheren Entsorgung von Klärschlämmen übernehmen wir nicht nur deren thermische Verwertung in der Region Heilbronn, sondern sorgen mit unserem Know-how auch für ein gesetzeskonformes Phosphorrecycling“, erklärte Leo Homann, Geschäftsführer MSE. „Der Weg, den Stadt- und Landkreis Heilbronn beschritten haben, findet bundesweit Beachtung“, sagte MSE-Vertriebsleiter Andreas Schaudt. Seit dem ersten Pressebericht hätten sich verschiedene Interessenten bei MSE gemeldet, um sich über den „Heilbronner Weg“ zu informieren.




