Hochbau der Klärschlamm-Monoverbrennung neben der MVA Bielefeld fast abgeschlossen

In Bielefeld ist der Hochbau der neuen Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage (KVA) auf dem Gelände der dortigen Müllverbrennungsanlage (MVA) weitgehend abgeschlossen. Rund anderthalb Jahre nach der Grundsteinlegung im Oktober 2024 wurde am vergangenen Donnerstag das Richtfest für das Gebäude gefeiert. Der Bau verlaufe planmäßig, teilten die Stadtwerke Bielefeld mit. Parallel zum Hochbau laufe der technische Ausbau für die späteren Verfahrensschritte.

Wie berichtet, ist die Anlage ein Gemeinschaftsprojekt der MVA Bielefeld-Herford GmbH und der Klärschlammverwertung (KSV) OWL GmbH. Die Generalplanung hat der Ingenieurdienstleister Sweco übernommen. An der KSV OWL sind 78 Gesellschafterkommunen beteiligt.

Die Mengenbasis für die Anlage bilden Klärschlämme aus mehr als 100 Kläranlagen in Ostwestfalen-Lippe und angrenzenden Gebieten Niedersachsens, erklärte der Geschäftsführer der KSV OWL, Lars Helmer. Die Monoverbrennung soll die Voraussetzung schaffen, Phosphor aus der Klärschlammasche zurückzugewinnen, so die Geschäftsführerin der MVA Bielefeld, Sarah Greinert.

Ausgelegt ist die Anlage auf bis zu 35.000 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz pro Jahr. Das entspricht einem Durchsatz von bis zu 140.000 Tonnen Originalsubstanz. Zentrales Aggregat ist ein Wirbelschichtofen mit einer Feuerungswärmeleistung von 12,5 Megawatt, der nach Angaben der Stadtwerke bereits zu großen Teilen installiert ist. Für die vorgelagerte Trocknung des entwässerten Klärschlamms seien zwei Bandtrockner vorgesehen. Zusätzlich sollen externe Trocknungskapazitäten genutzt werden.

KVA nutzt Rauchgasreinigungsanlage der MVA mit

Die Rauchgase der KVA werden zunächst über zwei Filterstufen vorgereinigt, erklärte Thomas Pörtner, Geschäftsführer der MVA Bielefeld. Dabei würden auch die phosphorhaltigen Aschen abgeschieden. Anschließend würden die Rauchgase in die bestehende Rauchgasreinigungsanlage der MVA eingebunden.

Laut Sweco können aus der bei der Verbrennung entstehenden Energie jährlich bis zu 65.000 Megawattstunden Wärme und 24.000 Megawattstunden Strom erzeugt werden. Ein wesentlicher Teil der Wärme soll in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Damit könnten bis zu 4.400 Haushalte versorgt werden.

„Für uns als Stadtwerke ist die KVA ein strategisch bedeutendes Projekt“, sagte Rainer Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld. „Sie verbindet Entsorgungssicherheit mit Energieerzeugung und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Infrastruktur.“

Nach Abschluss der Bauarbeiten ist eine gestufte Inbetriebnahme vorgesehen, so die Stadtwerke. Die Test- und Probebetriebsphase soll ab Mitte 2027 beginnen. Spätestens bis Ende 2027 soll die Anlage in den Regelbetrieb übergehen.

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