Huber liefert fünf Bandtrockner an flämischen Abwasserentsorger Aquafin

Auftragsvolumen von rund 40 Mio. Euro / Zwei Trocknungsanlagen geplant

Der flämische Abwasserentsorger Aquafin bekommt von der Huber SE fünf Bandtrockner zur thermischen Klärschlammverwertung. Der Lieferumfang umfasse neben den Bandtrocknern die gesamte Nassschlammlogistik, Kühlwasserversorgung, Abluftreinigung für die Trockner- und die Bunkerabluft sowie die Behandlung und Lagerung des Trockenschlamms, teilte der Spezialist für Wasseraufbereitung, Abwasserreinigung und Schlammbehandlung mit Sitz in Berching im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz mit. Den Auftrag mit einem Volumen von etwa 40 Mio. Euro habe Aquafin bereits Mitte 2023 erteilt.

An den Standorten Roeselare in der Provinz Westflandern und Beringen in der Provinz Limburg sollen zwei Anlagen zur Trocknung von Klärschlamm entstehen, die eine Mindestkapazität von 32.500 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz oder rund 120.500 Tonnen Klärschlamm-Originalsubstanz pro Jahr haben werden. Das Projekt werde von drei Unternehmen getragen: Der Baukonzern Stadsbader Group sei Auftragnehmer, Huber sei Technologiepartner für die Trocknung, während der schwedische Ingenieurdienstleister Sweco für das Engineering und die Studie zuständig sei.

Für den Standort Beringen liege die Umweltgenehmigung bereits vor, berichtete Huber weiter. Für die Anlage in Roeselare werde noch in diesem Jahr mit der Genehmigung gerechnet. Damit sei die Engineering-Phase für dieses Großprojekt so gut wie abgeschlossen, so dass in diesem Jahr die ersten Arbeiten vor Ort starten könnten.

Aquafin ist seit 1990 für die überkommunale Infrastruktur und Behandlung häuslicher Abwässer in Flandern verantwortlich. Jährlich fallen laut Huber bei Aquafin etwa 350.000 Tonnen entwässerter Schlamm mit durchschnittlich 27 Prozent Trockenrückstand an. Die Entsorgung dieses Schlamms sei aktuell über drei Entsorgungswege organisiert: Ein Drittel des Schlamms werde mit Restwärme und fossilen Brennstoffen getrocknet und anschließend extern in der Zementindustrie mitverbrannt. Ein weiteres Drittel werde entwässert und unter autothermen Bedingungen in der Klärschlammverarbeitungsanlage in Brügge verwertet. Das restliche Drittel werde ebenfalls entwässert und zusammen mit Industrieabfällen von einem externen Unternehmen thermisch verwertet.

Ab 2026 wird Aquafin im Rahmen seiner Klima- und Energieziele zunächst bis zu einem Drittel des entwässerten Schlamms mit Hilfe der Bandtrocknertechnologie von Huber trocknen, teilte der Umwelttechnik-Hersteller weiter mit. Dies geschehe mit Restwärme, die andernfalls verloren gehen würde. Dazu würden in Roeselare und Beringen zwei weitgehend analoge Trocknungsanlagen errichtet. Der über Lkw angelieferte Klärschlamm von rund 40 verschiedenen Kläranlagen werde mit einer Krananlage vom Bunker über einen nachgelagerten Schubboden und Dickschlammpumpen direkt in die Bandtrockner gegeben.

In Beringen sollen laut Huber mit einer Vorlauftemperatur von 110 °C jährlich rund 84.500 Tonnen entwässerter Klärschlamm auf 90 Prozent Trockenrückstand getrocknet werden. In Roeselare sind es 36.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm pro Jahr, wobei hier die Vorlauftemperatur 90 °C beträgt. Die Abluftbehandlung von Bunker- und Trocknerabluft erfolge getrennt, wobei die Trocknerabluft eine vierstufige Reinigung mit Wäschern, Biofiltern und nachgeschalteten Aktivkohlefiltern unterläuft. Nach der Trocknung werde der Klärschlamm über Schneckenförderer und ein Becherförderwerk in eine Pelletpresse gegeben. Die abgekühlten Pellets würden anschließend in Trockengutsilos gelagert.

Weiter gab Huber bekannt, dass Aquafin bis 2026 auf dem Gelände des Stahlunternehmens ArcelorMittal im Hafen von Gent eine Monoverbrennungsanlage bauen wird, in der der in Beringen und Roeselare getrocknete Klärschlamm verwertet wird. Dabei werde ArcelorMittal 100 Prozent des von der Schlammbehandlungsanlage erzeugten Dampfes abnehmen, hieß es. Die neue Anlage werde von dem Besix-Indaver-Konsortium geplant, gebaut, finanziert und bis 2046 gewartet. Bis 2030 wolle Aquafin keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden und sich langfristig zu einem klimaneutralen Unternehmen entwickeln, hieß es.

- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -