IKT verleiht „Goldenen Kanaldeckel 2025“ an Fachleute aus Arnheim, Ettlingen und Bochum

Maßgebliche Weiterentwicklung der kommunalen Abwasserinfrastruktur

Innovative Lösungsansätze bei der Aufteilung von (inner-)städtischen Straßenquerschnitten, strategisches Infrastrukturmanagement und die Bewertung von Inspektionsinstrumenten für Druckleitungen stehen im Mittelpunkt des „Goldenen Kanaldeckels 2025“, den das Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen hat. Die Auszeichnungen gehen in diesem Jahr an Fachleute aus Arnheim, Ettlingen und Bochum, die mit Projekten maßgeblich zur Weiterentwicklung der kommunalen Abwasserinfrastruktur beigetragen haben, berichtet das IKT.

Der Preis würdigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadtentwässerungsbetrieben, die mit innovativen, vorbildlichen und zukunftsweisenden Projekten zeigen, wie bedeutend unterirdische Infrastruktur für ein modernes, nachhaltiges Gemeinwesen ist.

Überreicht wurden die Auszeichnungen auf dem „Tag der Kommunalen Abwasserbetriebe“ am 12. November 2025 im IKT. Den ersten Preis erhielt Frank Großklags von der Stadt Bochum für ein Projekt, bei dem es um innovative Lösungsansätze bei der Aufteilung von (inner-)städtischen Straßenquerschnitten unter Berücksichtigung von Trennsystemen, Klimaanpassung und Energiewende ging. Das Preisgeld beträgt 2.000 Euro. Mit innovativen Bauweisen und integrierter Planung setze der Abteilungsleiter Entwässerung im Tiefbauamt Bochum neue Maßstäbe im innerstädtischen Leitungsbau, betont das IKT. Um den dringend benötigten Ausbau des Trennsystems zu ermöglichen, entwickelte sein Team platzsparende Lösungskonzepte.

Seitlich versetzte Verlegung der Regenwasserleitungen über bestehenden Kanälen in Bochum, in Ettlingen wird Zustand von Straßen und Kanalisation systematisch erfasst

Neue Regenwasserleitungen werden seitlich versetzt über bestehenden Kanälen im Flüssigboden verlegt, ohne die Grabenbreite zu vergrößern. Das schaffe Raum für zusätzliche Leitungen und Schwammstadt-Elemente. Diese Bauweise wurde erstmals an der „Castroper Straße“ erfolgreich umgesetzt und habe sich sowohl technisch als auch wirtschaftlich bewährt. Ergänzt werde der Ansatz durch den Einsatz digitaler Zwillinge auf Basis eines 3D-BIM-Geländemodells, das Oberflächen- und Untergrundstrukturen präzise abbilde. Mit diesem richtungsweisenden Projekt verbinde Großklags technische Innovation, Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und Bürgerfreundlichkeit.

Den 2. Platz belegt Ettlingens Bürgermeister Moritz Heidecker. Er hat ein umfassendes System eingeführt, das den Zustand von Straßen und Kanalisation systematisch erfasst und mithilfe von KI auswertet. Dadurch wurde eine objektive Datenbasis geschaffen, die langfristige und nachhaltige Investitionsentscheidungen ermöglicht. Seit 2021 werden Straßen kontinuierlich bewertet; seit 2024 wird das integrierte Infrastrukturmanagement – inklusive der Kanalsanierungsstrategie – fortlaufend weiterentwickelt. Das Projekt ermöglicht transparente Entscheidungsprozesse, eine ressourceneffiziente Instandhaltung und nachhaltige Planungssicherheit. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

Untersuchung in Arnheim zur Bewertung von Inspektionsinstrumenten für Druckleitungen

Erik Laurentzen und Johan Post von der niederländischen Gemeinde Arnheim, die den dritten Platz belegen, wurden für eine praxisnahe Untersuchung zur Bewertung von Inspektionsinstrumenten für Druckleitungen mit 500 Euro ausgezeichnet. Um die tatsächliche Leistungsfähigkeit verschiedener Inspektionsmethoden zu evaluieren, initiierte Erik Laurentzen, der Leiter des Arnheimer Abwasserbetriebs, eine umfassende Untersuchung. Gemeinsam mit Forschungspartnern und Marktakteuren wurde die 1.245 m lange Druckleitung „Vredenburg“ eingehend analysiert – unter anderem per CT-Scan an der TU Delft.

Der Abgleich von Laborergebnissen, Prüfmethoden und In-situ-Inspektionen führte zu wertvollen Erkenntnissen für das gesamte Arnheimer Kanalnetz. Laurentzen und sein Team fassten ihre Resultate in einem 60-seitigen Abschlussbericht mit praxisorientierten Empfehlungen zusammen, das sei ein Gewinn auch für deutsche Netzbetreiber, so das IKT.

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