Deponierte Klärschlammverbrennungsaschen lassen sich mit üblichen Erdbaumaschinen, wie etwa Hydraulikbaggern, aus der Langzeitlagerung rückholen. Die Deponierung führt nicht zu einer Verfestigung des Materials, die einen bergmännischen Abbau erforderlich machen würde. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) der RWTH Aachen und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in einer gemeinsamen Untersuchung zu deponierten Klärschlammaschen und deren Eignung für die Phosphorrückgewinnung. Demnach hat das Material beim Abbau rieselfähige Eigenschaften oder liegt in lockeren Agglomeraten vor, die sich bereits unter geringem mechanischen Druck leicht zerdrücken lassen, berichtete Sarah Müller vom ISA Mitte November auf der Berliner Klärschlammkonferenz, wo sie die Ergebnisse der Studie vorstellte.
Für die Studie haben die Forscher Klärschlammaschen aus drei Deponien in Deutschland und der Schweiz beprobt. Dabei handelte es sich um insgesamt fünf Proben, die aus den Monoverbrennungsanlagen Elverlingsen, Basel und Hamburg stammten. Im Zeitraum 2005 bis 2015 waren die Aschen in den Deponien Raffelberg in Mülheim an der Ruhr, Elbisgraben im schweizerischen Arisdorf und in der Blocklanddeponie in Bremen eingelagert worden. Für die Proben wurden mehrere Kilogramm Material entnommen und an das ISA und die BAM übergeben. Zusätzlich standen Referenzaschen aus denselben Verbrennungsanlagen aus verschiedenen Jahren zur Verfügung, die nicht deponiert, sondern trocken in Kunststoffbehältern gelagert worden waren. Auf dieser Basis konnte das Forscherteam sowohl physikalische Eigenschaften als auch chemische Zusammensetzung und Auslaugungsverhalten von frischen und deponierten Aschen miteinander vergleichen.
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