Mannheimer Kläranlage setzt auf digitale Prozesssteuerung

Auf der Mannheimer Kläranlage ist ein neues Prozessleitsystem in Betrieb gegangen. Laut einer Mitteilung des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Mannheim (EBS) wird die Abwasserreinigung künftig durchgängig digital gesteuert und überwacht. Das System des Herstellers Siemens erfasst und steuert sämtliche Verfahrensstufen der Anlage, von der mechanischen Reinigung über die biologische und chemische Behandlung bis zur vierten Reinigungsstufe mit Pulveraktivkohle.

Mit der Modernisierung sollen die Betriebssicherheit erhöht, die Transparenz der Prozesse verbessert sowie Energie- und Ressourceneinsatz optimiert werden. Die Umstellung erfolgte während des laufenden Betriebs und verlief nach Angaben des EBS ohne größere Einschränkungen. Durch die digitale Erfassung und Auswertung der Betriebsdaten in Echtzeit können Prozessabweichungen schneller erkannt und Betriebsabläufe bei Bedarf zeitnah angepasst werden. Zudem sollen Energieverbräuche künftig detaillierter erfasst und Einsparpotenziale besser genutzt werden. Nach Angaben des EBS trägt die optimierte Prozessführung auch zur Verringerung von Emissionen bei. Die neue Leittechnik soll die Kläranlage zudem auf künftige Anforderungen vorbereiten. Dazu zählen strengere Umweltvorgaben, die fortschreitende Digitalisierung der Wasserwirtschaft sowie Anforderungen im Zusammenhang mit dem KRITIS-Dachgesetz.

Die Umsetzung des Projekts erstreckte sich über mehrere Jahre. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 17,8 Mio. Euro. Neben der Kläranlage wurden auch die Pumpwerke des Eigenbetriebs in das neue Steuerungs- und Überwachungssystem eingebunden.

 

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