Anlässlich des fünften Jahrestags des Juli-Hochwassers 2021 hat der Wupperverband eine Zwischenbilanz seines Zukunftsprogramms Hochwasserschutz gezogen und verweist insbesondere auf aktuelle Projekte zur Verringerung des Hochwasserrisikos an kleineren Nebengewässern der Wupper. Dazu gehören die Sanierung bestehender Rückhalteanlagen, der Neubau weiterer Hochwasserrückhaltebecken sowie naturnahe Gewässerentwicklungsmaßnahmen, geht aus einer Mitteilung hervor.
Derzeit werden u.a. die Rückhaltebecken Freibad Schwelm und Ostersiepen saniert. Für das geplante grüne Hochwasserrückhaltebecken Diepental am Murbach in Leichlingen läuft das Genehmigungsverfahren. Die Planung umfasst neben dem Rückhaltebecken auch die Renaturierung des Gewässers im Bereich der privaten Diepentalsperre. Mit dem Baubeginn wird – vorbehaltlich der Genehmigung und Fördermittelbewilligung – ab etwa 2028 gerechnet. Das Hochwasserrückhaltebecken Ophovener Weiher befindet sich in der Entwurfsplanung.
Auch den naturnahen Hochwasserschutz will der Verband weiter ausbauen. Vorgesehen sind unter anderem Gewässeraufweitungen an der Wipper bei Wipperfürth-Egerpohl und im Bereich Böswipper sowie an der Wupper in Wuppertal-Kohlfurth. Dadurch sollen zusätzliche Retentionsräume entstehen und zugleich die ökologische Gewässerentwicklung verbessert werden.
Insgesamt umfasst das Zukunftsprogramm Hochwasserschutz derzeit 223 Maßnahmen mit einem Umsetzungshorizont von rund 20 Jahren. Nach Angaben des Verbandes sind bislang 32 Projekte abgeschlossen und 53 weitere in Bearbeitung. Das Maßnahmenpaket reicht von technischem Hochwasserschutz über Renaturierungen und die Anpassung der Talsperrenbewirtschaftung bis zum Ausbau des Messnetzes und digitaler Prognosesysteme.
Mit Blick auf die zunehmenden Extreme von Dürre bis Hochwasser fordert der Wupperverband zudem schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, eine stärkere Zusammenarbeit der Akteure im Einzugsgebiet sowie ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen. Diese Themen sollen auch im Regionalpakt Wupper aufgegriffen werden, der derzeit gemeinsam mit Kommunen, Behörden, Wirtschaft und Naturschutzverbänden erarbeitet wird.




