Das von der GKD Group aus Düren entwickelte Filtersystem „Capturion“, das Mikroplastik aus Straßenabwasser abfängt, wird in einem Pilotprojekt in Kopenhagen in der Praxis erprobt. Im Stadtteil Frederiksberg werde der Filter erstmals in einer europäischen Hauptstadt eingesetzt, um Reifenabrieb und andere Feststoffe direkt in den Straßengullys herauszufiltern, teilte GKD mit. Die Initiative des dänischen Startups Baionyx werde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) Berlin und dem Urbanfilter Sustainability Hub wissenschaftlich validiert und begleitet und von der Audi Stiftung für Umwelt gefördert.
Umfangreiche Vor-Ort- und Labortests sowie Analysen in Zusammenarbeit mit der TU Berlin hätten die Wirksamkeit der Filterlösung bestätigt: Bis zu 97 Prozent der gesamten Schwebstoffe (TSS) würden von dem Filter, der auch sehr kleine Partikel zurückhalten kann, aufgefangen. Allein in Dänemark trage der Reifenverschleiß jährlich rund 7.000 Tonnen zur Mikroplastik-Verschmutzung bei. Die zum Patent angemeldete Filtertechnologie ziele darauf ab, die Anzahl der schädlichen Mikroplastikpartikel in Abwässern zu reduzieren, bevor sie in die natürliche Umwelt gelangen.
Bei 289 Millionen aktiven Fahrzeugen in der EU27 sammeln sich jedes Jahr schätzungsweise 450.000 Tonnen Reifenabrieb auf Straßen und Wegen an. Bei Regen werden diese Mikroplastikpartikel in die Kanalisation geschwemmt, die dann das verunreinigte Wasser weiterleitet. Manchmal gelangt es in zentrale Kläranlagen, teilweise aber auch direkt ins Meer, in Seen, Bäche und Flüsse, was eine ernsthafte Bedrohung für das Leben im Wasser und die Qualität der wichtigsten Ressource unseres Planeten darstellt. „Der größte Teil des Reifenabriebs, der in die Gewässer gelangt, stammt aus städtischen Gebieten“, so Johannes Neupert von der TU Berlin.




