MVA Bielefeld-Herford legt Grundstein für neue Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage

Die MVA Bielefeld-Herford GmbH hat am Standort der Müllverbrennungsanlage Bielefeld den Grundstein für die geplante Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage gelegt. Das Gebäude wird im Südosten des Betriebsgeländes errichtet, teilten die Stadtwerke Bielefeld mit, die knapp 76 Prozent der Anteile an dem MVA-Betreiber Interargem GmbH halten. Ab 2027 soll die Anlage jährlich bis zu 35.000 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz verbrennen.

„Wir freuen uns, dass in unserer Region eine Anlage entsteht, die die Entsorgungssicherheit gewährleistet und von Vorteil für Klimaschutz, Kosten und Gebühren ist, da unnötige Klärschlammtransporte vermieden werden“, sagte Ute Röder, Aufsichtsratsvorsitzende der Klärschlammverwertung Ostwestfalen-Lippe GmbH (KSV OWL). Wie berichtet, haben sich im Jahr 2020 knapp 80 Kommunen und kommunale Betriebe aus OWL und Umgebung zur KSV OWL zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Lösung für die künftige Klärschlammentsorgung zu finden. Die MVA Bielefeld-Herford wurde als strategischer Partner ausgewählt.

„Wir können die Rauchgasreinigungsanlage der MVA für die neue Anlage nutzen und müssen nicht neu bauen“, sagte Thomas Pörtner, Geschäftsführer der MVA Bielefeld. Die achtstufige Rauchgasreinigung gehöre zu den besten Deutschlands. Nach der Anbindung würden die Vorgaben der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BlmSchV) weiterhin deutlich unterschritten.

Helmer: Nur Monoverbrennung ermöglicht wirtschaftliche P-Rückgewinnung

Für Lars Helmer, Geschäftsführer der KSV OWL, ist die Anlage besonders für den Umwelt- und Ressourcenschutz wichtig. „Nur die Monoverbrennung von Klärschlämmen ermöglicht es, den aus kommunalen Abwässern stammenden Phosphor für ein wirtschaftliches Recycling bereitzustellen“, sagte er. Phosphor könne aus der bei der Klärschlammverbrennung entstehenden Asche gut zurückgewonnen werden.

Rainer Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, erklärte, dass die Energie aus der Verbrennung der Klärschlämme für grüne Fernwärme genutzt werden soll. „Mit der Wärme können bis zu 4.400 Haushalte versorgt werden. Die Anlage wird somit nicht nur zur Entsorgung von Klärschlamm beitragen, sondern auch einen wichtigen Teil unserer nachhaltigen Energieversorgung sichern.“

Die Klärschlämme sollen in geschlossenen Containern angeliefert werden, so dass die Bevölkerung nicht durch unangenehme Gerüche belästigt wird, hieß es weiter. Zudem werde der Bereich der Klärschlammannahme in einem ständigen Unterdruck gehalten, um Geruchsemissionen in die Umgebung zu vermeiden. Die aus dem Bunker abgesaugte Luft werde inklusive der enthaltenen Geruchsstoffe verbrannt.

30 zusätzliche Lkw-Anlieferungen täglich

Mit Blick auf den Lkw-Verkehr zum und vom MVA-Gelände sagte Sarah Greinert, Geschäftsführerin der MVA Bielefeld, dass die Klärschlämme nicht durch die angrenzenden Wohngebiete angeliefert werden sollen. Durch die Klärschlammverbrennung sei täglich mit maximal 30 zusätzlichen Lkw zur rechnen. Bisher erreichten die MVA täglich etwa 200 Lkw.

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