Neues Heizkraftwerk in Pfaffenhofen nutzt Energie aus Abwasser

Energie soll bis zu 50 % der Wärmebereitstellung des Heizkraftwerks abdecken

Pfaffenhofen nutzt die Energie im Abwasser: Zwei Großwärmepumpen entziehen künftig Wärme aus dem Reinabwasser der Kläranlage und speisen sie in das neue Heizkraftwerk Nord ein. Die Planung, Umsetzung und der Betrieb der Anlage erfolgt durch die Danpower Biomasse GmbH, die das Projekt vollständig finanziert, teilten die Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm mit.

Der gemeinsam mit Danpower geschlossene Vertrag sichere nicht nur eine nachhaltige Energieversorgung, sondern setze auch verbindliche Klimaschutzstandards – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035. Nach aktueller Planung soll das Heizkraftwerk Nord im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen.

Großwärmepumpen entziehen Reinabwasser Wärmeenergie

Wie es seitens der Stadtwerke heißt, errichtet Danpower  in direkter Nachbarschaft zur Kläranlage Pfaffenhofen das neue Heizkraftwerk Nord. Dort würden zwei leistungsstarke Großwärmepumpen installiert, die dem aus den Nachklärbecken kommenden Reinabwasser Wärmeenergie entziehen. Bei einem Durchfluss von rund 100 Litern pro Sekunde werde das Wasser dabei im Durchschnitt um bis zu 8 Grad Celsius abgekühlt. Die mit den Wärmepumpen erzeugte Energie decke künftig bis zu 50 Prozent der Wärmebereitstellung des Heizkraftwerks ab und versorgt unter anderem ein Pfaffenhofener Großunternehmen mit klimafreundlicher Fernwärme.

Betrieb der Großwärmepumpen ausschließlich mit Ökostrom

Der vom Stadtrat im April genehmigte Kooperationsvertrag zwischen Stadtwerke und Danpower setze dabei klare Rahmenbedingungen: Der Betrieb der Großwärmepumpen erfolge ausschließlich mit Ökostrom und die kommunalen Klimaziele 2035 seien verbindlicher Bestandteil.

Positiver Effekt für die Gewässerqualität

Dem gereinigten Reinabwasser wird über einen geschlossenen Zwischenkreislauf thermische Energie entzogen und über die Wärmepumpen in das Heizkraftwerk eingespeist, so die Stadtwerke zum Verfahren. Das abgekühlte Wasser wird anschließend wieder in die Ilm eingeleitet. Durch die niedrigere Temperatur des Wassers werde die Erwärmung des Flusses im Sommer verringert und damit ein positiver Effekt für die Gewässerqualität und das ökologische Gleichgewicht erzielt.

„Auf dem Weg zum klimaneutralen Pfaffenhofen“

Das Projekt passt sich den Stadtwerken zufolge in die umfassende Strategie der Stadt Pfaffenhofen und der Stadtwerke zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ein. Ziel sei es, das Fernwärmenetz kontinuierlich auszubauen und die Energieversorgung bis 2035 schrittweise vollständig klimaneutral zu gestalten. Die Danpower Biomasse GmbH übernehme dabei als Betreiberin des Fernwärmenetzes die Finanzierung, Errichtung und den Betrieb der Anlage.      

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