Beim Fischsterben an der Oder 2022 haben so genannte Mikroschadstoffe die Wirkung der Algentoxine verstärkt. Diesen Schluss zieht ein vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordiniertes Wissenschaftsteam, das damals Wasserproben gezogen und analysiert hat. Vor zwei Jahren verendeten bei der Umweltkatastrophe in dem deutsch-polnischen Grenzfluss bis zu 60 Prozent der Fische sowie je bis zu 85 Prozent der Muscheln und Schnecken. Dazu führte eine Mischung aus überhöhtem Salzgehalt, hohen Wassertemperaturen, niedrigem Wasserstand und zu hohen Einträgen von Nährstoffen und Abwasser, die eine Blüte der Brackwasseralge Prymnesium parvum auslöste, deren Algentoxin Prymnesin auf Organismen tödlich wirkt.
Das UFZ hatte deswegen im August 2022 eine interdisziplinäre Ad-hoc-Arbeitsgruppe gemeinsam mit Forschenden des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) und der University of Birmingham aufgestellt. Sie nahmen an fünf Standorten entlang der Oder Wasserproben, extrahierten vergiftete Fische und analysierten und evaluierten die Proben. „Ziel der Studie war es, herauszufinden, welche Mikroschadstoffe in der Oder sind, wie sich diese auf aquatische Organismen im Fluss auswirken und welche Bedrohung der Cocktail von Algentoxinen und Mikroschadstoffen auf den Menschen haben könnte", sagte die Erstautorin der Studie und Umwelttoxikologin am UFZ, Prof. Beate Escher.
Wie die Forschenden nun in der Fachzeitschrift Nature Water ausführen, konnten sie mehr als 120 organische Mikroschadstoffe in den Wasserproben nachweisen.
Erfahren Sie, bei welchen chemischen Stoffen die höchsten Konzentraktionen gefunden wurden und wie sehr sich die Schadstoffe auf die Wasserorganismen auswirken.......




