Projekt CyanoTox: Neue Nachweisverfahren für Cyanobakterien und deren Toxine

Am TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser ist das neue Forschungsprojekt CyanoTox gestartet, in dem für die Trinkwasserversorgung neue robuste Nachweis- und Quantifizierungsverfahren für relevante Cyanobakterien und deren Toxine etabliert werden sollen. Damit soll eine bessere Beobachtung von aufkommenden Algenblüten und potentieller Toxin-Freisetzung ermöglicht werden, teilte das TZW in Karlsruhe mit.

Cyanobakterien als natürliche Bestandteile der Lebensgemeinschaft von Seen, Flüssen und Teichen seien nicht nur potentiell gesundheitsschädlich, sondern spielten auch eine zentrale Rolle im ökologischen Gleichgewicht. Sie produzieren Sauerstoff, binden Stickstoff und dienen als Nahrungsquelle für andere Mikroorganismen, so das Institut. Unter bestimmten Bedingungen – etwa bei hohen Temperaturen und Nährstoffüberschuss – könnten sie sich jedoch massenhaft vermehren und sogenannte „Blaualgenblüten“ bilden.

Durch den Klimawandel bedingte längere Hitzeperioden begünstigten das vermehrte Auftreten von Algenblüten und Toxinen, da in Seen und Talsperren die Wasserschichten länger stabil verbleiben. Viele der in Gewässern vorkommenden Cyanobakterien, wie die Gattungen Microcystis und Planktothrix, seien in der Lage, Toxine zu produzieren, die gesundheitliche Probleme verursachen können. Dies stelle ein Problem für die Wasserversorgung dar, da die Entfernung gelöster Toxine je nach Art der Aufbereitung eine Herausforderung sei.

Algenblüten können Geruchs- und Geschmacksprobleme im Trinkwasser verursachen

Weiterhin könnten Algenblüten zu Geruchs- und Geschmacksproblemen im aufbereiteten Trinkwasser führen, erklärte das TZW. Eine frühzeitige Erkennung solcher Cyanobakterienblüten sei daher essentiell, damit Wasserversorger angemessen reagieren können. Da sich einige Cyanobakterienarten, wie z. B. Planktothrix rubescens, im Metalimnion vermehrten, würden Massenentwicklungen unter Umständen erst spät detektiert.

Ziel des Projekts ist es, adäquate und robuste Analysenmethoden für Cyanobakterien, deren Toxine und etwaige Geruchs- und Geschmacksstoffe zu entwickeln, so das TZW. Es sollen molekularbiologische Methoden zur schnellen Identifizierung und Quantifizierung von Cyanobakterien und deren Toxinbildungspotential erarbeitet werden. Des Weiteren sollen Analysemethoden für Toxine und Geruchsstoffe erweitert und optimiert werden. Dadurch werde der Kenntnisstand über Cyanobakterienarten, die durch den Klimawandel vermehrt auftreten, und deren potentielle Gefährdung von Trinkwasser durch Toxinfreisetzung erweitert.

Projektlaufzeit bis 2028

Das Projekt CyanoTox läuft den Angaben zufolge bis 2028 und wird vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) gefördert. Projektpartner sind neben dem TZW die Gelsenwasser AG sowie die Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren.

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