Thüringens Trinkwassertalsperren haben ihre Speicher in den Wintermonaten wieder gefüllt und gehen mit gutem Füllstand in das hydrologische Sommerhalbjahr. Das teilte die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) Ende April mit. Die Ressourcen der sechs Trinkwassertalsperren, die durch die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) unterhalten werden, decken den Angaben zufolge über die Hälfte des gesamten Trinkwasseraufkommens im Freistaat. Deutschlandweit hingegen betrage der Trinkwasseranteil aus Talsperren nur etwa zehn Prozent.
In den Stauanlagen werden die Zuflüsse der niederschlagsreichen Monate November bis April gespeichert, um die Wasserversorgung ganzjährig zu gewährleisten, erläuterte die Fernwasserversorgung. Der vergangene Winter habe sich ebenfalls positiv auf den Wiedereinstau der sanierten Talsperre Seebach im Unstrut-Hainich-Kreis ausgewirkt.
Die versorgungswirksamen Trinkwassertalsperren im Freistaat verzeichneten größtenteils bereits Mitte März ihre jeweiligen Höchststände, heißt es weiter. Zwischenzeitlich hielten sie Ende 2023 die Wassermengen des Hochwasserereignisses zurück, um Ortschaften und Infrastrukturen zu schützen. Die Wassermengen hätten im Anschluss kontrolliert abgegeben werden können, so dass die Schutzräume für weitere mögliche Hochwasserereignisse wieder frei waren.
53 Millionen Kubikmeter Wasser
für die Trinkwasserversorgung
Zum Ende des hydrologischen Winterhalbjahres Ende April seien die Betriebsräume nun gut bis sehr gut gefüllt und stellten die Versorgung mit Trinkwasser für das nun beginnende hydrologische Sommerhalbjahr sicher. Jährlich stellt die TFW nach eigenen Angaben gut 53 Millionen Kubikmeter Wasser zur Trinkwasserversorgung aus den Talsperren bereit.
Die Füllstände der Thüringer Trinkwassertalsperren betragen laut TFW in Leibis/Lichte mit 32,254 Mio. m3 97 Prozent, in Scheibe-Alsbach mit 1,94 Mio. m3 100,5 Prozent, in Schönbrunn mit 20,898 Mio. m3 94 Prozent, in Ohra mit 16.019 Mio. m3 92 Prozent, in Neustadt mit 1,242 Mio. m3 103,5 Prozent und in der Talsperre Tambach-Dietharz, die aufgrund einer Baumaßnahme mit einem reduzierten Stauinhalt betrieben wird, mit 436.000 Mio. m3 55,7 Prozent.
Wichtige Hochwasserschutzaufgaben
Wie es weiter heißt, seien in Summe in den Monaten November 2023 bis April 2024 in den Einzugsgebieten der Trinkwassertalsperren die anderthalbfache Menge an Niederschlägen gegenüber den langjährigen Mittelwerten gemessen worden.
Beim Hochwasser im Dezember 2023 erfüllten die Trinkwassertalsperren Ohra und Schönbrunn auch wichtige Hochwasserschutzaufgaben für die unterhalb liegenden Gemeinden durch eine deutliche Reduzierung der Wasserführung der nachfolgenden Gewässerabschnitte, heißt es seitens der Fernwasserversorgung weiter. In Südthüringen wurden am Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Ratscher im Verbund mit der Talsperre Schönbrunn insgesamt 5,6 Millionen Kubikmeter an beiden Stauanlagen eingestaut. Dadurch habe der Hochwasserscheitel der Schleuse unterhalb der Talsperre Schönbrunn um 75 Prozent sowie unterhalb des HRB Ratscher um rechnerisch 72 Prozent reduziert werden können. Der Hochwasserscheitel der Ohra im Thüringer Wald sei durch die Steuerung der Talsperre um 54 Prozent reduziert worden.
Die Talsperre Seebach im Unstrut-Hainich-Kreis konnte in der Spitze eine halbe Millionen Kubikmeter Wasser innerhalb von 24 Stunden zurückhalten. Der Hochwasserschutz beschleunigte den Wiedereinstau der Talsperre, die für umfangreiche Sanierungsarbeiten am Damm entleert worden war. Durch die ergiebigen Niederschläge und Zuflüssen betrug der Stauinhalt zum Jahreswechsel bereits knapp die Hälfte des Stauziels, und bereits Mitte Februar war mit dem erreichten Winterstauziel die Einstauphase abgeschlossen, so die TFW. Die Talsperre Seebach startete mit dem erreichten normalen Sommerstauziel von 4,01 Millionen Kubikmeter Wasser die Sommersaison. Das Wasserreservoir stehe wieder wie gewohnt zur Verfügung.




