Forschende unter Führung des Sonderforschungsbereichs (SFB) Mikroplastik der Universität Bayreuth haben in einer neuen Studie eine gängige wissenschaftliche Annahme widerlegt: Sie haben herausgefunden, dass nicht alle Mikroplastikpartikel unabhängig von ihrer Form ähnliche Transporteigenschaften aufweisen. Stattdessen verhält sich Mikroplastik je nach Form der Fragmente und Fasern unterschiedlich in Gewässern. Mit dieser Erkenntnis verändert sich die Einschätzung, wie stark Lebewesen Mikroplastik ausgesetzt sind, welche auschlaggebend für eine Risikobewertung der Umweltbelastung mit Mikroplastik ist.
Wie die Universität berichtet, wurde das unterschiedliche Verhalten von in der Natur häufig vorkommenden Mikroplastikfragmenten und -fasern im Vergleich zu kugelförmigen Mikroplastikteilchen untersucht. Diese Kügelchen werden üblicherweise in wissenschaftlichen Studien zu Mikroplastik verwendet. Dafür hat das Team um Erstautor Marco La Capra, Doktorand am Lehrstuhl für Hydrologie der Universität Bayreuth und Mitglied des SFB Mikroplastik, in einem kontrollierten Laborumfeld natürliche Flussbedingungen mithilfe einer so genannten Fließrinne (Flume) nachgebaut. In einem transparenten Kanal mit naturgetreuem Sediment wird über ein Pumpsystem kontinuierlich Wasser durch die Fließrinne geleitet. So lässt sich die Strömungsstärke exakt einstellen.
„Im Versuchsaufbau haben wir verschiedenförmiges Mikroplastik in variierenden Fließgeschwindigkeiten und mit verschiedenen Sedimentbett-Zusammensetzungen untersucht. Damit konnten wir ein breites Spektrum fluvialer Lebensräume nachahmen – von reißenden Gebirgsbächen bis zu Tieflandflüssen. So konnten wir mit unseren Messinstrumenten die komplexen Zusammenhänge von hydrodynamischen Kräften, Partikelauftrieb und Turbulenzen erfassen“, sagt La Capra. Hier geht es weiter..........



