
Die vermicon AG und die HTS Labs Frankfurt GmbH haben im Zuge der aktuellen öffentlichen Ausschreibung des Umweltbundesamtes (UBA) zur Abwassersurveillance im Rahmen der Fortsetzung des Projekts AMELAG den Zuschlag erhalten. Gemeinsam übernehmen sie im Jahr 2025 die mikrobiologische Analytik von Abwasserproben an 27 Standorten in zehn Bundesländern, wie die Unternehmen Mitte Juli mitteilten. Das Projekt ist Teil des vom Robert Koch-Institut (RKI) und dem UBA initiierten Überwachungssystems Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung (AMELAG).
Die Unternehmen weisen darauf hin, dass mit Inkrafttreten der EU-Kommunalwasserrichtlinie Anfang 2025 eine gesetzliche Überwachung selektierter Pathogene im Rohabwasser verpflichtend geworden ist. Das AMELAG-Projekt stelle einen zentralen Baustein der abwasserbasierten Epidemiologie in Deutschland dar. Ziel sei es, Erreger wie SARS-CoV-2, Influenza-Viren und RSV frühzeitig zu identifizieren. Die kontinuierliche Analyse von Abwasserproben diene dabei als zuverlässiges Frühwarnsystem, das Gesundheitsbehörden ermögliche, Infektionsausbrüche rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Die vermicon AG ist seit 2020 in der abwasserbasierten Epidemiologie aktiv. HTS Labs Frankfurt ergänze das Projekt mit hochautomatisierten Laborprozessen und digitalen Lösungen. Bereits seit Ende 2023 arbeiten beide Unternehmen im Projekt AMELAG zusammen. Die Partnerunternehmen vermicon und HTS übernehmen dabei 27 Standorte, darunter in Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz sowie in Nordrhein-Westfalen. Die restlichen Standorte werden weiterhin durch länderspezifische Lösungen betreut. Schwerpunkte der Analytik sind neben der weiteren Analyse von SARS-CoV-2 vor allem Influenza A+B sowie RSV A+B. Langfristig könnte die Analytik auch auf Antibiotikaresistenzen und andere gesundheitsrelevante Parameter ausgeweitet werden.



