Der Wasserverband Hessisches Ried (WHR) plant den Ausbau seiner Infiltrationsanlage in Eschollbrücken. Die bestehende Anlage soll um vier weitere Sickerschlitzgräben auf überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen erweitert werden. Ziel ist es, die Grundwasserbewirtschaftung im Hessischen Ried langfristig zu sichern und die Grundwasserstände im Umfeld des Wasserwerks Eschollbrücken im Rahmen des bestehenden Wasserrechts zu stabilisieren, teilte der WHR mit.
Die Maßnahme ist Bestandteil des Verbandsplans des WHR und Teil der wasserwirtschaftlichen Planungen des Landes Hessen. Über die Infiltrationsanlage wird aufbereitetes Rheinwasser gezielt in den Untergrund eingebracht, um das natürliche Grundwasserdargebot zu ergänzen. Bisher besteht die Anlage aus 13 Sickerschlitzgräben und einem Versickerungsbecken. Durch die Erweiterung soll künftig mehr aufbereitetes Oberflächenwasser zur Grundwasseranreicherung genutzt werden können.
Laut WHR-Verbandsvorsteherin Elisabeth Jreisat, der Geschäftsführerin von Hessenwasser, trägt der Ausbau dazu bei, die Wasserversorgung angesichts von Klimawandel und Bevölkerungswachstum langfristig abzusichern. Derzeit stimmt der Verband die Genehmigungsplanung mit den zuständigen Behörden ab. Die weitere Ingenieurplanung ist für das kommende Jahr vorgesehen, der Baubeginn ist aktuell für Ende 2029 geplant.
Die beiden zentralen Aufgaben des WHR, die Grundwasserbewirtschaftung und die landwirtchaftliche Beregnung im Hessischen Ried, werden von zwei Verbänden in jeweils eigener Verantwortung erbracht, dem WHR-Beregungsverband und dem WHR als Infiltrationsverband, der die Rheinwasseraufbereitung in Biebesheim und die Grundwasseranreicherung in Südhessen verantwortet.




