Die winterliche Nordatlantische Oszillation (NAO) beeinflusst die Entwicklung von Sommerdürren im darauffolgenden Jahr in Mitteleuropa. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), die in „Nature Communications Earth & Environment“ veröffentlicht wurde. Untersucht wurde dabei die so genannte positive Phase der Nordatlantischen Oszillation. Nach Einschätzung der Forschenden könnten die Erkenntnisse die Vorhersage von Sommerdürren sowie die Resilienzplanung für Landnutzung und Gewässerschutz verbessern.
Die Nordatlantische Oszillation beschreibt Luftdruckschwankungen zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch. Die von den Forschenden untersuchte so genannte positive Phase der NAO geht mit stärkeren Westwinden einher, die milde und feuchte Luft nach Mitteleuropa transportieren. Laut der Studie folgen darauf im darauffolgenden Sommer häufig Dürrebedingungen mit Defiziten bei der Bodenfeuchte, dem Oberflächenabfluss und den Grundwasserständen, die bis zu zehn Monate anhalten können.
Die Forschenden führen den Zusammenhang auf direkte meteorologische Effekte sowie indirekte Auswirkungen in der Landschaft zurück. Demnach fördern wärmere Winter und Frühjahre ein früheres und intensiveres Pflanzenwachstum, wodurch der Wasserverbrauch steigt und die Bodenfeuchte bereits im Frühjahr sinkt. Dies erhöhe die Anfälligkeit der Landschaft für Niederschlagsdefizite im Sommer.




