Der Wirtschaftsplan des Wupperverbandes für das Jahr 2025 sieht eine Anpassung des Beitragsbedarfs vor. Die strategischen Ziele der Substanzerhaltung, Anpassung an demografische Veränderungen sowie Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung im Geschäftsbereich Kläranlagen/Sammler und Entsorgung des Wupperverbandes werden weiter umgesetzt, teilte der Wupperverband anlässlich der Verbandsversammlung Anfang Dezember mit. Der Beitragsbedarf in dem Bereich werden entsprechend der Zielvereinbarung mit den Mitgliedern für 2025 um drei Prozent auf 74,3 Mio. Euro erhöht.
Im Geschäftsbereich Talsperren und Stauanlagen bleibt der Beitragsbedarf für 2025 den Angaben zufolge auf dem Niveau des Vorjahres. Für die Jahre 2024 und 2025 hätten die Mitglieder einer Übergangszielvereinbarung zugestimmt, die für die Jahre 2024 und 2025 einen Betragsbedarf von jeweils 8,61 Mio. Euro vorsehe. Der Geschäftsbereich Gewässerunterhaltung entwickle sich gemäß der bestehenden Zielvereinbarung; der Beitragsbedarf liege im Jahr 2025 bei 4,81 Mio. Euro.
Wasserwirtschaftsjahr 2024 Platz 2 in der Rangliste der nassen Jahre
Das Wasserwirtschaftsjahr 2024 von November 2023 bis Oktober 2024 belegte nach Angaben des Verbandes Platz 2 in der Rangliste der nassen Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen an der Bever-Talsperre. Die Jahressumme betrug 1.816 Liter pro Quadratmeter. Noch nasser war an dieser Messstelle lediglich das Jahr 1948 mit 1.855 Litern Niederschlag. Das Hochwasser über Weihnachten und Silvester habe der Verband mit dem proaktiven Talsperrenmanagement gut bewältigen können. Von Klimafolgen mit Schadensausmaß wie extremem Starkregen oder Dürre sei das Wuppergebiet im Wasserwirtschaftsjahr 2024 verschont geblieben. Auf die Talsperren wirkte sich der Regen im Frühjahr positiv aus, sie konnten laut Wupperverband mit einem komfortablen Wasservorrat durch die Sommersaison gehen.
Vorstand Ingo Noppen zog eine positive Bilanz: „2024 war in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Jahr. Wir sind in unseren Aufgabenfeldern ein großes Stück vorangekommen. Politisch wurden wichtige Weichen gestellt, zum Beispiel die Verabschiedung der Kommunalabwasserrichtlinie. Und wasserwirtschaftlich lagen wir mit viel Regen deutlich im Plus, was nach mehreren Trockenjahren eine Entspannung bedeutete.“
Halbzeit bei Renaturierungen und Großprojekte in Arbeit
In der Langzeitaufgabe der Renaturierung der Wupper und ihrer Nebenbäche hat der Wupperverband nach eigenen Angaben in diesem Jahr Halbzeit erreicht. Zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die für die Gewässer einen guten Zustand mit natürlichen Strukturen fordert, habe der Verband einen Maßnahmenplan mit insgesamt rund 1.200 Einzelmaßnahmen in Bearbeitung. Davon waren Anfang des Jahres 2024 bereits 615 umgesetzt.
Aktuelle Gewässerprojekte in diesem Jahr waren u.a. die Fortsetzung der naturnahen Umgestaltung der Wupper zusammen mit der Stadt Wuppertal in zwei Flussabschnitten und die Entfesselung eines Flussabschnitts an der oberen Wupper/Wipper in Wipperfürth.
Siedlungswasserwirtschaft an neue Anforderungen anpassen
In seinem größten Geschäftsbereich, der Siedlungswasserwirtschaft, richte sich Wupperverband auf die Zukunft aus: In Leverkusen werde er eine komplette neue Kläranlage bauen. Nach Ablauf des derzeitigen Vertrags mit dem Chempark-Betreiber Currenta zur Reinigung des kommunalen Abwassers in der Gemeinschaftskläranlage werde dieses ab 2032 vollständig in einer eigenen Kläranlage gereinigt. Diese strategisch geprägte Vorgehensweise ermöglicht es dem Verband, die neue Anlage gezielt auf die Anforderungen des kommunalen Abwassers auszurichten und zu optimieren. Ein weiteres Großprojekt ist der Bau der neuen Klärschlammverbrennungsanlage der KVB GmbH am Standort Buchenhofen in Wuppertal, die 2028 in Betrieb gehen soll.
Zum 1. Januar 2024 hatte die Stadt Hückeswagen ihr Kanalnetz an den Verband übertragen. Weitere Kommunen, z.B. Marienheide, Burscheid und Odenthal, unterstütze der Wupperverband im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen. Die Verbandsversammlung hat den Angaben zufolge beschlossen, dass die bereits bestehenden Vereinbarungen mit der Gemeinde Odenthal und der Stadt Burscheid erweitert und zusätzliche Aufgabenfelder vom Wupperverband betreut werden.
Talsperren sollen für die Zukunft gerüstet werden
Auch an seinen Talsperren setze der Verband Optimierungs- und Instandhaltungsprojekte um. 2024 kam die Sanierung der Luftseite der Kerspe-Talsperre zum Abschluss. Bei der Steuerung der Talsperren steht die Anpassung an die Klimafolgen Hochwasser und Dürre im Fokus. Um die Talsperren flexibler zu steuern, seien die Betriebspläne der Wupper- und Bever-Talsperre neu entwickelt und bei der Aufsichtsbehörde eingereicht worden. Unter anderem enthalten sie die schon erprobten Sommerretentionsräume, also freie Kapazitäten für Sommerniederschläge. Auch die Trinkwassertalsperre Große Dhünn solle flexibler bewirtschaftet werden. Hier sei eine Änderung der Planfeststellung erforderlich. In diesem Verfahren wurde bereits ein Betriebsplan erstellt und genehmigt, um nach Herauslösung der starren Werte aus der Planfeststellung weiterhin festgeschriebene Steuerungsregeln zu haben. Diese Herauslösung sei notwendig, um den Betriebsplan bedarfsgerecht an Klimaveränderungen anpassen zu können.
Der Wupperverband betreibt nach eigenen Angaben 14 Talsperren, elf Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.000 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.




