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Forschungsprojekt will Phosphatdünger-Gewinnung aus Klärschlamm verbessern

Forschungsprojekt will Phosphatdünger-Gewinnung aus Klärschlamm verbessern
Bildquelle: BMEL
18.01.2017 − 

Die Herstellung von Phosphatdünger aus Klärschlammasche ist Ziel eines vom  Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Forschungsprojekts. Hierbei soll auf der Basis eines biochemischen Verfahrens zurück gewonnenes Phosphat zu einem marktfähigen Düngemittel weiterentwickelt werden, teilte das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung Anfang am Montag mit. Ein besonderes Augenmerk liege auf der Wiederverwertbarkeit der im Verfahren entstehenden Reststoffe. Geleitet wird das Projekt von der Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS.

Um Phosphat aus Klärschlamm in industriellen Maßstab zurück zu gewinnen, will das Forschungsprojekt PRiL „Phosphorrückgewinnung und Entwicklung intelligenter Langzeitdünger“ das von der Firma Fritzmeier Umwelttechnik GmbH entwickelte P-Bac-Verfahren, das mit Hilfe von Bakterien einen Bioleaching-Prozess herbeiführt, im großen Maßstab anwenden. Hierbei wird den Angaben zufolge die Klärschlammasche sauer ausgelaugt, sodass eine phosphathaltige Lösung entsteht. Die Mikroorganismen würden hierbei die Herstellung der für die Laugung der Asche nötigen Schwefelsäure übernehmen.

Diesen auch in der Natur ablaufenden Prozess mache man sich seit Jahren bei der Gewinnung von Gold, Kupfer, Zink oder Uran zunutze. Der P-Bac-Prozess bringt das Bioleaching erstmals bei der Rückgewinnung von Phosphat zur Anwendung, so das Fraunhofer-Institut. Nach dem Prozess des Auslaugens könne in einem zweiten Schritt das in den Bakterien gespeicherte Phosphat aus der Lösung rückgewonnen werden. Durch den Einsatz der Bakterien reduziere sich die Verwendung von Chemikalien in der Recyclingphase auf ein Minimum.

Anschließend werde mit Hilfe eines von der Firma ICL Fertilizers Deutschland GmbH optimierten physikalisch-chemischen Verfahrens aus dem Phosphorrezyklat ein für die Landwirtschaft effizientes und breit einsetzbares Düngemittel hergestellt. Die Düngewirksamkeit des Rückgewinnungsproduktes ist den Angaben des Forschungsinstituts bereits in vorangegangenen Untersuchungen belegt worden. Dabei soll unter Beachtung des Düngemittelrechts ein besonderes Augenmerk auf die chemischen sowie physikalischen Eigenschaften des Düngemittels gelegt werden.

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