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Eawag-Forscher plädieren für einheitliche Berechnung des Wasserfußabdrucks

Eawag-Forscher plädieren für einheitliche Berechnung des Wasserfußabdrucks
Bildquelle: Fotolia
15.03.2017 − 

Die Berechnung des Anteils des sogenannten grauen Wassers zur Bestimmung des Wasserfußabdrucks muss vereinheitlicht werden. Diese Schlussfolgerung ziehen Forscher der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) in einer aktuellen Studie. Bisher erschwerten verschiedene Standards für die Wasserqualität die Vergleichbarkeit, teilte die Eawag im schweizerischen Dübendorf mit. Die Studie sei im Journal of Cleaner Production erschienen.

Der Wasserfußabdruck gibt an, wie viel Wasser die Herstellung von Konsumgütern benötigt. Einen Teil des Wasserfußabdrucks macht das graue Wasser aus, so die Eawag. Damit werde die Menge sauberen Wassers bezeichnet, die nötig ist, um das bei der Produktion verunreinigte Wasser so weit zu verdünnen, dass es wieder den geltenden Qualitätsstandards entspricht. Damit gebe die Menge grauen Wassers an, wie stark die Herstellung eines Gutes die natürlichen Wasserressourcen verschmutzt.

„Je nachdem, welcher Grenzwert zum Beispiel bei der Wasserqualität zugrunde gelegt wird – jener für Trinkwasser oder jener für natürliche Gewässer, variiert der Anteil des grauen Wassers beträchtlich“, erklärte Studienleiterin Hong Yang von der Abteilung Systemanalyse und Modellierung der Eawag. Teilweise unterscheiden sich die Grenzwerte laut Yang zusätzlich zwischen verschiedenen Ländern. So liege der Trinkwasser-Grenzwert für Stickstoff in den USA oder China bei 10 Milligramm pro Liter (mg/l), in der EU bei 11,3 mg/l und in der Schweiz bei 5,6 mg/l.

Die Werte für Oberflächengewässer variieren zwischen 0,1 und 2,2 mg/l (USA), 1,0 mg/l (China) und 5,6 mg/l (EU und Schweiz), führte die Wissenschaftlerin weiter aus. Für Oberflächengewässer seien die Werte verglichen mit jenen für Trinkwasser generell niedriger, weil Wasserorganismen empfindlicher auf Schadstoffe reagieren als der Mensch.

Der vom globalen Maisanbau verursachte Fußabdruck des grauen Wassers, den die Forscher für die Stickstoffbelastung ermittelt hätten, mache die Unterschiede deutlich, berichtete die Eawag weiter. So benötige der Maisanbau bei einem mittleren Trinkwassergrenzwert von 10 mg/l weltweit 706 Billionen Liter sauberes Wasser. Das Volumen steige auf 2.607 Billionen Liter, wenn man den Berechnungen einen Qualitätsstandard für natürliche Gewässer von 3 mg/l zugrunde legt. „Nimmt man den Trinkwasserstandard als Referenz, besteht die Gefahr, dass der Fußabdruck des grauen Wassers den tatsächlichen Wasserbedarf unterschätzt“, sagte Yang. Hinzu komme, so die Wissenschaftlerin, dass entsprechende Grenzwerte nicht für alle Schadstoffe und in allen Ländern existierten. Dies erschwere einheitliche Analysen.

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