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Mücken-Larven setzen Methan aus Seesedimenten frei

Mücken-Larven setzen Methan aus Seesedimenten frei
Bildquelle: IGB
16.03.2017 − 

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Larven von Büschelmücken (Chaoborus spp) Methan aus den Sedimenten von Seen freisetzen, um es für ihre Fortbewegung zu nutzen. Dies könnte die Methan-Emissionen in die Atmosphäre erhöhen und somit die globale Erderwärmung beschleunigen. Damit seien die Insektenlarven unvermutete „Klimasünder“, teilte das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) mit, das zusammen mit der Universität Genf (UNIGE), der Universität Potsdam und der Swansea University an der Untersuchung beteiligt war.

Dem IGB zufolge verbringen Büschelmücken ein bis zwei Jahre ihres Lebens als Larven unter Wasser. Tagsüber verstecken sich die Tiere vor ihren Feinden im Sediment und kommen nachts zum Fressen an die Wasseroberfläche. Um sich auf- und abwärts zu bewegen, nutzen die Larven kleine Gassäckchen in ihrem Körper. Indem sie diese befüllen oder entleeren, verändern die Tiere ihre Position im Wasser. „Dies funktioniert jedoch nur bis zu einer Tiefe von etwa 70 Metern“, sagte Prof. Hans-Peter Grossart, Mitautor der Studie und Wissenschaftler am IGB. „Dann wird der Wasserdruck zu groß für die Larven, um ihre Gaspolster zu füllen.“

„Wir wissen, dass Methan in großen Mengen in den Sedimenten am Gewässergrund vorkommt und kleine Bläschen formt“, sagte Daniel McGinnis von der Universität Genf. Die Wissenschaftler haben deshalb vermutet, dass Büschelmücken dieses Gas nutzen, um damit trotz des hohen Wasserdrucks ihre Gassäckchen aufzufüllen. Tatsächlich ströme Methan fast automatisch in die Gassäckchen der kleinen Larven und ermögliche so den Aufstieg der Tiere an die Wasseroberfläche, erklärte das IGB. Dadurch sparten die Larven bis zu 80 Prozent Energie. Auf diesem Weg gelange Methan jedoch vermehrt in die Oberflächengewässer und von dort in die Atmosphäre. Die Tiere fördern damit die globale Erderwärmung, sind sich die Autoren einig.

Büschelmücken gelten den Angaben zufolge als ein Zeichen für den schlechten ökologischen Zustand von Seen. „Die Larven, deren Dichte von 2.000 bis 130.000 Individuen pro Quadratmeter variieren kann, kommen insbesondere in Seen mit schlechter Wasserqualität oder einem zu hohen Nährstoffgehalt vor“, sagte McGinnis. Dies erfordere vor allem Anstrengungen bei der Verbesserung der Wasserqualität und eine Reduktion der Nährstoffeinträge durch Landwirtschaft und Abwässer, um die Freisetzung von Methan künftig zu reduzieren.

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