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Grundwasserneubildung im Western Mountain Aquifer wird bis 2070 um 16 Prozent zurückgehen

Grundwasserneubildung im Western Mountain Aquifer wird bis 2070 um 16 Prozent zurückgehen
Der Grundwasserleiter stellt 20 % des Trinkwassers bereit.
17.11.2020 − 

Die Grundwasserneubildung im Western Mountain Aquifer in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten wird bis zum Jahr 2070 um 16 Prozent zurückgehen. Diese Prognose ist eines der wichtigsten Ergebnisse des internationalen Forschungsprojekts „MedWater“, teilte die Technische Universität (TU) Berlin mit, deren Hydrogeologin und Professorin Irina Engelhardt das Projekt koordiniert. Im Rahmen von „MedWater“ sollten Ansätze für eine bessere Wassernutzung im Mittelmeerraum gefunden werden (EUWID 43.2017). Die Ergebnisse des Forschungsprojektes könnten helfen, das Konfliktpotenzial um die Ressource Wasser in der Region zu reduzieren, so die Hochschule.

Der Western Mountain Aquifer ist eine der wichtigsten Wasserressourcen für Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete. Den Angaben zufolge stellt er 20 Prozent des benötigten Trinkwassers bereit. Darüber hinaus werde er zur Bewässerung von Feldern genutzt, und von ihm lebe die Natur. 30 Prozent des Niederschlags gelange in den Grundwasserleiter und trage so zur Grundwasserneubildung bei. „Bei diesem Grundwasserleiter zeichnen sich seit Jahren Probleme dahingehend ab, dass sein Grundwasserspiegel sinkt und Quellen versiegen wie die Yarkon-Quelle Anfang der 1970er-Jahre“, sagte Engelhardt. Ursachen hierfür seien unter anderem eine stetig wachsende Bevölkerung, eine immer intensiver betriebene Landwirtschaft und klimatische Veränderungen.

„Unsere Klimaprognosen sagen bis 2070 für die Grundwasserneubildungszone einen Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius im Winter und eine Niederschlagsabnahme um circa 60 Prozent im Herbst voraus“, so Engelhardt. Im hydrologisch relevanten Untersuchungsgebiet des Western Mountain Aquifer leben laut TU Berlin ca. sechs Millionen Menschen. Wenn dieser Grundwasserleiter zunehmend trocken fallen würde, hätte das also schwerwiegende Folgen für die Menschen und die Natur. Ziel des „MedWater“-Projektes war es deshalb, Prognosemodelle zu erarbeiten, die Aussagen darüber treffen, wie sich der Wasserhaushalt in dem Grundwasserleiter in den kommenden 50 Jahren entwickeln wird - unter Einbeziehung von Daten über die Bevölkerungsentwicklung, die Landnutzung durch die Landwirtschaft, den Wasserbedarf für die Ökosysteme und klimatische Veränderungen.

„Diese Prognosemodelle sind natürlich kein Selbstzweck, sondern die Grundlage dafür, den Western Mountain Aquifer als Wasserreservoir zu erhalten, Strategien zu entwickeln, das Wasser effizienter und nachhaltiger zu nutzen und vor allem den gerechten Zugang zu Wasser allen dort lebenden Bevölkerungsgruppen auch künftig zu ermöglichen“, machte Engelhardt deutlich. Neben der Voraussage über die geringere Grundwasserneubildung bis 2070 prognostizieren die Modelle der Wissenschaftler unter anderem auch, dass bei einer intensiven Nutzung der Grundwasserspiegel in den nächsten fünf Jahren um zwei Meter und bis 2040 um weitere drei Meter sinken könnte. Bei einer ressourcenschonenderen Nutzung könnte sich der Grundwasserleiter allerdings erholen, sodass der Grundwasserspiegel bis 2040 um bis zu zwölf Meter steigen könnte.

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