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BUND Brandenburg fordert verbindliche Sulfat-Grenzwerte für in die Spree eingeleitetes Wasser

BUND Brandenburg fordert verbindliche Sulfat-Grenzwerte für in die Spree eingeleitetes Wasser
Bildquelle: BUND Brandenburg
13.09.2018 − 

Der Landesverband Brandenburg des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat verbindliche Grenzwerte für den Sulfatgehalt der in die Spree eingeleiteten Wassermengen aus den Tagebauen gefordert. Als Reaktion auf die Wasserknappheit in der Spree und die erhöhte Sulfatkonzentration müsse die Genehmigungspraxis bei den Tagebauen angepasst werden, betonte die Umweltorganisation anlässlich einer Protestaktion vor dem brandenburgischen Landtag in Potsdam.

Der heiße und trockene Sommer habe dazu geführt, dass die Wasserspeicher zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes der Spree weitgehend leer sind. Der BUND weist darauf hin, dass aus den sächsischen Speichern Lohsa II und Bärwalde im Lausitzer Seenland insgesamt 3,6 Millionen Kubikmeter zusätzlich in die Spree eingespeist werden müssen, um den Wasserhaushalt des Flusses zu stützen. Dieses Wasser werde aber für die Rekultivierung der Tagebaufolgelandschaft und die Flutung der Tagebaurestlöcher gebraucht. Gleichzeitig musste der Zufluss von Tagebausümpfungswasser aus dem Tagebau Nochten wegen des hohen Sulfatgehaltes gedrosselt werden.

Der Richtwert für die Sulfatbelastung am Pegel Spremberg-Wilhelmsthal wurde für sechs Wochen von 450 mg/l auf 500 mg/l erhöht, berichtete die Umweltorganisation weiter. Eine Erhöhung der Sulfatbelastung habe zur Folge, dass der Grundwasseranteil zur Bereitstellung des Trinkwassers in Berlin und in Frankfurt (Oder) zur Verdünnung der Sulfatbelastung erhöht werden müsse. Anders könnten die Wasserwerke den Grenzwert für Trinkwasser von 250 mg Sulfat pro Liter nicht einhalten. Dadurch entstünden höhere Kosten für die Wasserkunden, und es werde mehr Grundwasser in Anspruch genommen.

„In dieser angespannten Situation ist es nicht mehr nachvollziehbar, dass in den wasserrechtlichen Erlaubnissen für die Tagebaue keine Sulfatgrenzwerte festgelegt werden“, kritisierte Sascha Maier, Vorstandsmitglied des BUND Brandenburg. Studien hätten gezeigt, dass 54 Prozent der Sulfatbelastung aus dem aktiven Tagebau stammten. Bisher wurde laut BUND der Verzicht auf Grenzwerte mit der Unzumutbarkeit der Kosten für den Tagebaubetreiber begründet. „Kosten, die man für die Trinkwasserkunden durchaus für zumutbar hält. Dies ist eine völlige Verkehrung des Verursacherprinzips und muss umgehend geändert werden“, forderte Maier.

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