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OECD: Umweltbelastung in der Schweiz trotz Fortschritten immer noch sehr hoch

OECD: Umweltbelastung in der Schweiz trotz Fortschritten immer noch sehr hoch
BAFU-Direktor Marc Chardonnens. Bildquelle: BAFU
01.12.2017 − 

Trotz vieler Fortschritte ist die Umweltbelastung in der Schweiz immer noch sehr hoch. Zu diesem Ergebnis kommt der 3. Umweltprüfbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über die Schweiz. Insbesondere bei der Wasserqualität braucht es weitere Anstrengungen. Durch die intensive Wasserkraftnutzung, Pestizide aus der Landwirtschaft und Mikroverunreinigungen aus Haushalten und Industrie seien die Gewässer teilweise starken Belastungen ausgesetzt.

Zum dritten Mal seit 1998 hat die OECD in ihrer „Environmental Performance Review“ (EPR) die Umweltleistungen der Schweiz untersucht. Der Bericht konzentriert sich auf Biodiversität, Wasser und ressourcenschonendes Wachstum und enthält 42 Empfehlungen an die Adresse der Schweiz. Ziel der Evaluation ist, den Ländern zu helfen, ihre Umweltpolitik zu verbessern. Dafür nimmt die OECD Entwicklungen, Strategien und Resultate im Umweltbereich unter die Lupe, zieht Schlussfolgerungen und erlässt Empfehlungen. Die Länder sind eingeladen, fünf Jahre nach Erscheinen des EPR eine Zwischenbilanz über die Umsetzung der Empfehlungen zu erstellen. Die OECD zieht in einem nächsten Prüfbericht wiederum Bilanz.

Die Schweiz zähle zu den ersten Ländern, die eine nationale Politik zur Reduktion von Mikroverunreinigungen in kommunalen Abwasserreinigungsanlagen umgesetzt habe, die auf dem Verursacherprinzip beruht, heißt es in dem Bericht. Die Aufrüstung der kommunalen Kläranlagen müsse weitergeführt werden, um die Risiken einer Wasserverschmutzung durch Mikroschadstoffe zu vermindern. Auch sollte eine Ausweitung der Politik zur Reduktion und Kontrolle von Mikroverunreinigungen auf industrielle Abwässer geprüft werden.

Die OECD betont, dass die Stickstoff- und Pestizidbelastung in den Schweizer Fließgewässern nach wie vor zu hoch sei. Zwar prüfe die Schweiz steuerliche Anreize, um den Umgang mit Nährstoffen und Pestiziden in der Landwirtschaft zu verbessern. Allerdings hinke sie bei der Entwicklung ihres Aktionsplans Pflanzenschutz hinter der Europäischen Union her, bemängelt der Bericht. Die zunehmende Urbanisierung bedrohe das Grundwasser, aus dem 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers stammen. Der Grundwasserschutz sollte daher zu einem integralen Bestandteil der Richt- und Nutzungsplanung werden, regt der Bericht an.

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) begrüßte den Umweltprüfbericht 2017 der OECD. „Wir werden die Resultate und Empfehlungen analysieren und mit den Kantonen und weiteren Interessengruppen als Grundlage nutzen, um die Belastung der Umwelt zu reduzieren“, sagte BAFU-Direktor Marc Chardonnens. Die OECD-Empfehlungen zur Reduktion der Nährstoff- und Pestizidbelastung aus der Landwirtschaft sollen im Rahmen der Agrarpolitik 2022 und des vom Bundesrat beschlossenen Aktionsplans Pflanzenschutzmittel umgesetzt werden.

Zudem soll die bereits angelaufene Umsetzung des Aktionsplans Biodiversität die Qualität und Vernetzung der Schutzgebiete verbessern, aber auch die Biodiversität in anderen Politikbereichen stärken und Fehlanreize in der öffentlichen Finanzierung eliminieren. Umweltbeobachtung und Information sollen verbessert werden, damit die Bevölkerung ein realistisches Bild vom Zustand der Umwelt gewinnen kann, kündigte das BAFU an.

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