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Norddeutsche Bundesländer wollen Umgang mit Wasser auf den Prüfstand stellen

Die Norddeutschen Bundesländer wollen den Umgang mit Wasser auf den Prüfstand stellen
Starkregen Symbolbild
07.06.2021 − 

Die norddeutschen Bundesländer wollen den Umgang mit der Ressource Wasser auf den Prüfstand stellen und zusammen über die zukünftige Verteilung von Wasser diskutieren. Dazu soll die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung vertieft werden. Wie es in einer gemeinsamen Erklärung der für die Anpassung an den Klimawandel federführenden Minister, der Senatorin und des Senators der norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein heißt, haben sie eine intensivere Zusammenarbeit im Hinblick auf Extremwetterereignisse wie Starkregen und Trockenperioden vereinbart.

Norddeutschland mit seinen ausgeprägten Küstenregionen sei zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Neben den Folgen des Meeresspiegelanstiegs und Sturmfluten führten Extremwetterereignisse wie Starkregen bis hin zu längeren Trockenperioden zu steigenden Beeinträchtigungen und Schäden.

Die norddeutschen Minister, die Senatorin und der Senator sprachen sich dafür aus, Strategien zu entwickeln und rechtzeitig Maßnahmen voranzutreiben, die geeignet sind, Personen-, Sach- und Umweltschäden durch Starkregenereignisse und Trockenperioden auch für die kommenden Jahrzehnte möglichst gering zu halten.

Sie wollen über Ländergrenzen hinweg gemeinsam sachgerechte und innovative Lösungen erarbeiten, um die kritischen Infrastrukturen, wie die Verkehrs- und die Versorgungsinfrastruktur, so zu ertüchtigen, dass sie robust gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels sind. Die Zivilgesellschaft und die Unternehmen sollen verstärkt in den Prozess einbezogen werden. Zudem bitten die Minister, die Senatorin und der Senator den Bund, die Länder bei ihren Bestrebungen zur Anpassung an den Klimawandel umfänglich zu unterstützen und durch geeignete Instrumente weiter zu fördern.

Kerstan: Regenwasser spielt eine immer wichtigere Rolle

Jens Kerstan (Grüne), Hamburger Umweltsenator und Gastgeber der Konferenz, erklärte: „Auch bei uns im Norden zeigt sich der Klimawandel mit realen Folgen wie Starkregen, aber auch Trockenheit und Hitze. Einerseits müssen wir dafür sorgen, Schäden an Häusern, Schienen, Straßen oder Straßen abzuwenden. Andererseits spielt das Regenwasser eine immer wichtigere Rolle auch zur Bewässerung. Trinkwasser ist eine wertvolle Ressource, die wir sinnvoll und umsichtig nutzen wollen. Die die Anpassung an Klimawandelfolgen und die Schaffung von Versickerungsflächen ist eine wichtige Planungsaufgabe.“

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) erklärte, dass die Aufgabe alle Lebens- und Politikbereiche umfasse, vom Küstenschutz, über die Wasserversorgung bis hin zu der Frage, wie Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Seniorenheime und Krankenhäuser vor den zunehmenden Hitzewellen geschützt werden sollen. Die gemeinsamen Ansätze im Sinne der Konferenz böten Chancen und Vorteile bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels, so der Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel (SPD).

Der Umweltminister von Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht (Grüne), erklärte: „Wie sich die wasserwirtschaftliche Infrastruktur auch für die Niederungen anpassen lässt, erarbeiten wir zudem – und leisten vielerorts im Land mit der aktiven Wiedervernässung der Moore einen großen Beitrag für den Klimaschutz.“

Schaefer: Bremen arbeitet bereits eng mit Niedersachsen zusammen

Die Bremer Umweltschutzsenatorin Maike Schaefer (Grüne) sagte: „Starkregenereignisse und Dürresommer der letzten Jahre haben gezeigt, wie auch Bremen verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels ist. Um den urbanen Raum auch in den kommenden Jahrzehnten lebenswert zu gestalten, ist es erforderlich die städtischen Infrastrukturen sukzessive an die veränderten Bedingungen anzupassen. Immer da wo gebaut und investiert wird, muss die zukünftige Klimaentwicklung und ihre Folgen mitgeplant werden. Gleichzeitig machen Hochwasser, Starkregen oder Dürren nicht an Landesgrenzen halt. Wenn es um Hochwasserschutz oder den Umgang mit der Ressource Wasser und dessen Verfügbarkeit geht, ist die enge überregionale Abstimmung im norddeutschen Raum besonders wichtig. Bremen arbeitet hier bereits eng mit Niedersachsen zusammen.“

Auf die gemeinsame Erklärung einigten sich Albrecht, Kerstan, Lies, Pegel und Schaefer im Rahmen der Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder am 3. Juni 2021 in Hamburg. Die Regionalkonferenz wird reihum von einem der fünf norddeutschen Länder ausgerichtet.

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