|  

Thüringen fordert Nationalen Aktionsplan zur Glyphosat-Reduzierung

Thüringen fordert Nationalen Aktionsplan  zur Glyphosat-Reduzierung
Bildquelle: Umweltministerium Thüringen
06.12.2017 − 

Thüringen will über eine Bundesratsinitiative den Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat einschränken. Die von Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) vorgelegte und vom Thüringer Kabinett angenommene Initiative für einen Nationalen Aktionsplan zur Glyphosat-Reduzierung soll in der kommenden Woche in den Bundesrat eingebracht werden, teilte das Umweltministerium des Bundeslandes gestern mit. Unterdessen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen nationalen Ausstieg aus der Anwendung von Glyphosat, das auch als Wasserschadstoff gefährlich sei, gefordert.

Die Bundesratsinitiative Thüringens sei notwendig, weil die Zuständigkeit für die Anwendung von Pestiziden auf Bundesebene liege, so das Umweltministerium weiter. Die Anwendung für Glyphosat sei so zu regeln, dass die Artenvielfalt auch auf den Ackerflächen geschützt wird. Zudem sollte Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich, an öffentlichen Verkehrsflächen, in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten und Grünanlagen und bei der Vorerntebehandlung nicht mehr benutzt werden. Siegesmund sagte, nach der „verkorksten Entscheidung der Bundesregierung“ gelte es jetzt schnell zu handeln. In Deutschland landet viel zu viel Glyphosat auf den Äckern. Das Ackergift löst eine unheilvolle Kette aus – es gefährde Insekten und Bienen und ist mitverantwortlich für das Verschwinden von Feldvögeln. Die schwerwiegenden Bedenken zum Krebsrisiko von Glyphosat hätten nie ausgeräumt werden können.

Der BUND fordert einen nationalen Ausstieg aus Glyphosat. Anfang Dezember hat der Umweltverband darauf hingewiesen, dass deutschlandweit bereits 90 Städte und Gemeinden freiwillig auf Glyphosat und andere Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen verzichten. "Mit dem Bekenntnis zur pestizidfreien Kommune kommen die Kommunalpolitiker ihrer Verantwortung für Menschen und Umwelt nach. Sie zeigen, es geht auch ohne Glyphosat", sagte Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin und Leiterin des Projekts „Pestizidfreie Kommune".

"Glyphosat in Kleinstgewässern nachgewiesen"

Der BUND betont, dass es sich bei Glyphosat auch um einen Wasserschadstoff handle. Gelange er in Bäche, Flüsse und ins Grundwasser, werde er dort zum Problem für Wasserlebewesen. Besonders empfindlich reagierten Amphibien auf Glyphosat: Ihre Embryonalentwicklung werde gestört. Glyphosat werde in Deutschland nicht fachgerecht und zu häufig eingesetzt: Der BUND Brandenburg habe in Kleinstgewässern, die direkt neben Äckern liegen, Glyphosat oder sein direktes Abbauprodukt AMPA, das ebenfalls gewässerschädlich sei, nachgewiesen. Laut Zulassungsbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit darf Glyphosat gar nicht ins Wasser gelangen. Landwirte müssten dies bei der Anwendung sicherstellen, tun es offenbar jedoch vielfach nicht. Und auch der private Gebrauch belaste das Wasser: So sei das Versprühen von Glyphosat auf Gehwegen und anderen versiegelten Flächen verboten, weil es so in die Kanalisation gelangen kann. Trotzdem sei wurde Glyphosat bereits in kommunalen Kläranlagen nachgewiesen worden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 50.2017 von EUWID Wasser und Abwasser, die am 12. Dezember 2017 als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

Noch kein Abonnent? Mit einem Testpaket können Sie sämtliche Informationsmodule von EUWID Wasser und Abwasser (u.a. Printausgabe, E-Paper, Archiv und Top-News) kostenlos und unverbindlich ausprobieren.  

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Klimawandel wird sich auf Wetter und Grundwasser-Neubildung auswirken

Bundesrats-Ausschüsse fordern Verbot der letzten Bleileitungen  − vor