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„Was die Nitratbelastung der Trinkwasserressourcen angeht, pocht die Wasserwirtschaft auf eine sofortige Änderung des Düngerechts.“


Bildquelle: DVGW
04.04.2018 − 

Im Interview mit EUWID hat Dirk Waider, Vizepräsident Wasser des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), auf die Bedeutung der konsequenten Umsetzung des Verursacherprinzips hingewiesen. 

EUWID: Herr Waider, Nitrat- und Arzneimitteleinträge können Trinkwasserressourcen negativ beeinflussen. Welche Schritte sollte die Politik aus Sicht des DVGW unternehmen, um die Wasserwirtschaft besser zu unterstützen?

Dirk Waider: Wir fordern seit Jahren die konsequente Umsetzung des Vorsorge- und Verursacherprinzips. Wir müssen an der Quelle der Verschmutzung ansetzen. Denn Stoffe, die gar nicht erst in den Wasserkreislauf gelangen, müssen auch nicht mit viel Aufwand entfernt werden. Zugleich muss der Grundsatz gelten: Wer zur Verschmutzung der Gewässer beiträgt, darf die Kosten für die anfallende Reinigung nicht zu Lasten der Allgemeinheit sozialisieren.

Was sollte die neue Bundesregierung zum Schutz des Trinkwassers tun? Welche Versäumnisse gibt es?

Was die Nitratbelastung der Trinkwasserressourcen angeht, pocht die Wasserwirtschaft auf eine sofortige Änderung des Düngerechts. Das Ziel: Der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser muss eingehalten werden. Ein geeignetes Instrument sind verpflichtende Stoffstrombilanzen für alle Agrarbetriebe. Die Branche tritt zudem seit langem für einen verantwortungsbewussteren Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und in der Humanmedizin ein. Wir müssen zudem auch endlich gewässerverträgliche Entsorgungskonzepte unverbrauchter Antibiotika umsetzen.

Sehen Sie multi-resistente Keime, die unter anderem in niedersächsischen Gewässern nachgewiesen wurden, als weitere Gefahr für das Trinkwasser an?

Nach allem, was wir derzeit wissenschaftlich fundiert wissen, verbreiten sich multiresistente Bakterien nicht über das Trinkwasser. Die mikrobiologische Qualität wird hier besonders streng kontrolliert. Wenn der Eintrag von Erregern in die Umwelt allerdings weiter zunimmt, kann zukünftig nicht garantiert werden, dass resistente Bakterien nicht auch im Trinkwasser nachgewiesen werden.Daher sind Vorsorgemaßnahmen, die darauf abzielen, dass multiresistente Bakterien gar nicht erst in den Wasserkreislauf eintreten, sondern bereits an der Quelle eingedämmt werden, von zentraler Bedeutung für die Sicherheit der Trinkwasserversorgung.

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von EUWID Wasser und Abwasser, die als E-Paper und Printmedium erschienen ist. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

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