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Eawag: Umwelt war bereits zur Römerzeit beeinträchtigt

Eawag: Umwelt war bereits zur Römerzeit beeinträchtigt
Bildquelle: Gabi Schär - stock.adobe.com - 133787515
03.12.2018 − 

Forschende des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag haben in Sedimenten des Murtensees nachgewiesen, dass die Umwelt bereits zur Römerzeit durch Bevölkerungswachstum und intensive Landwirtschaft beeinträchtigt war. Im Rahmen einer Untersuchung habe das Forscherteam um den Paläolimnologen Mischa Haas an der tiefsten Stelle des Murtensees einen zehn Meter langen Sedimentbohrkern entnommen, anhand dessen sich die Umweltbedingungen über Jahrtausende rekonstruieren lassen, teilte die Eawag mit.

„Wir hätten nicht damit gerechnet, dass die Spuren der Römer so klar im Seesediment sichtbar waren“, sagte Haas. So seien im Sedimentbohrkern so genannte Warven deutlich zu erkennen, und zwar in der Periode, in der die Römer ihre Blütezeit am Murtensee erlebten. Warven sind eine Abfolge von dunklen und hellen Sedimentlagen, die entstehen, wenn weder Sauerstoff und noch Leben am Seegrund vorhanden sind, erklärte das Institut.

Zurückzuführen sei das Ergebnis auf die explosionsartig gewachsene Bevölkerung während der Römerzeit, die dazu führte, dass die Bewohner am Murtensee zahlreiche Wälder rodeten, um Feuer- und Bauholz zu gewinnen und um Platz für die Landwirtschaft zu schaffen. Durch die so verursachte Bodenerosion seien viele Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff und Eisen in den See gelangt. In der Folge seien viele Fische und andere Organismen vom Sauerstoffmangel betroffen gewesen.

„Interessant ist auch, dass wir in den Seesedimenten genau sehen, wann das Römische Reich zu bröckeln begann und wie der See auf solche sozialen Umwälzungen reagiert hat“, sagte Haas. Die Seesedimente hätten gezeigt, dass etwa ab dem 2. Jahrhundert nach Christus wieder mehr Sauerstoff im tiefen Wasser vorhanden war. „Bis sich das Ökosystem weitgehend erholt hatte, dauerte es noch gut 300 Jahre“, erklärte der Forscher. Diese Erkenntnis spiele auch für die heutige Zeit eine wichtige Rolle, denn über die Erholungsrate von Seesystemen sei trotz zahlreicher Renaturierungsprojekte und neuer Umweltgesetze nach wie vor wenig bekannt.

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