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Studie: Bei Hochwasser wird langfristige Gefahr durch schadstoffhaltige Flusssedimente unterschätzt

Studie: Bei Hochwasser wird langfristige Gefahr durch schadstoffhaltige Flusssedimente unterschätzt
Urdenbacher Kämpe bei Hochwasser (© EUWID)
02.08.2021 − 

Bei Hochwasserereignissen wird die langfristige Gefahr durch aufgewirbelte Schadstoffe aus Flusssedimenten häufig unterschätzt. Darauf hat ein internationales Wissenschaftsteam in einer Übersicht zu wissenschaftlichen Untersuchungen von Hochwasserereignissen in der ganzen Welt hingewiesen. Die Schadstoffe, die von Umweltverschmutzungen vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten herrühren, könnten nicht nur ökologische Schäden im Fluss verursachen, teilte die Goethe-Universität Frankfurt am Main mit, die an dem interdisziplinären Forschungsprojekt federführend beteiligt war. In Überschwemmungsgebieten könnten sich die Schadstoffe ablagern und Ackerpflanzen, Weidetiere und Menschen belasten. Die Arbeit ist im Journal of Hazardous Materials erschienen.

Die Forscherinnen und Forscher zeigen in ihrer Studie unter anderem auf, welche Schadstoffbelastungen infolge verschiedener Überflutungsereignisse gemessen wurden, welche Testsysteme für verschiedene Schadstoffe entwickelt wurden und wie sich unterschiedliche Sedimente bei hohen Fließgeschwindigkeiten verhalten. Die Gefahren für die Trinkwassergewinnung werden ebenso geschildert wie etwa der Einfluss der Temperatur auf die Schadstoffaufnahme durch Fische und Methoden zur Bewertung der mit der Remobilisierung von Schadstoffen verbundenen ökonomischen Kosten.

Die Tatsache, dass die Schadstoffproblematik in Europa stark unterschätzt wird, könnte daran liegen, dass es bislang praktisch keine Untersuchungen zu den wirtschaftlichen Folgen dieses Problems gibt, erklärte Henner Hollert, Professor für Umwelttoxikologie an der Goethe-Universität Frankfurt und Seniorautor der aktuellen Publikation. Schadstoffbelastete Altsedimente seien eine tickende Zeitbombe, die mit jeder Flut hochgehen könne. „Wir brauchen jetzt flächendeckend ein gutes Management der Flüsse, das nicht nur unmittelbare Gefahren für Menschen, Tiere und Bauwerke in den Blick nimmt, sondern auch die langfristigen Folgen durch die Altlasten in den Flussbetten“, forderte er. So müssten etwa landwirtschaftlich genutzte Überflutungsgebiete auf flussspezifische Schadstoffe untersucht werden, damit diese nicht in die Nahrungskette gelangen.

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