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Wasser- und Umweltverbände sehen sich durch UBA-Studie bestätigt

Wasser- und Umweltverbände sehen sich durch UBA-Studie bestätigt
Bildquelle: fotolia
13.06.2017 − 

Durch die Studie des Umweltbundesamts zu den Kosten der Überdüngung sehen sich Wasserwirtschafts- und Umweltverbände in ihrer Forderung bestätigt, dass die Nitrateinträge in die Gewässer reduziert werden müssen. Die Neuregelungen des Düngepakets aus Düngeverordnung (DüV), Düngegesetz und Stoffstrombilanz-Verordnung gehen den Verbänden zum Teil nicht weit genug. Nach Auffassung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind wirksame und nachhaltige Maßnahmen gegen die Überdüngung unerlässlich.

Die Studie des Umweltbundesamts zur „Qualifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung“ (EUWID 24.2017) zeige, dass ohne eine deutliche Reduzierung der Nitrateinträge in die Umwelt eine Kostenlawine droht, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, Mitte Juni. Was bislang von der Bundesregierung in punkto Düngerecht auf den Weg gebracht worden sei, reiche nicht aus, um die drohende Kostenbelastung für die Verbraucher zu verhindern.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) stellt fest, dass durch die vom Umweltbundesamt vorgelegte Studie die seit Jahren steigenden finanziellen Aufwendungen der kommunalen Wasserversorger in mit Nitrat belasteten Gebieten belegt würden. Diese Kosten entstünden beispielsweise für die Überwachung der Rohwasserressourcen zur Trinkwassergewinnung, für umfassende Beratungsleistungen für eine gewässerschonende Landbewirtschaftung, für den höheren Aufwand bei der Wassergewinnung durch Bohren von neuen Brunnen oder durch die Nutzung tieferer und damit weniger belasteter Grundwasserleiter oder auch letztendlich durch neue notwendige technische Verfahren.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert konsequente Gegenmaßnahmen des Landwirtschaftsministeriums (BMEL). Minister Schmidt müsse sich endlich dazu durchringen, das Düngerecht deutlich zu verschärfen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Die Hoftorbilanz müsse ab dem Jahr 2018 für grundsätzlich alle Betriebe eingeführt werden, und in besonders belasteten Gebieten müsse ein sofortiger  Düngestopp ausgesprochen werden. Weiger betonte, dass  in der Studie des UBA lediglich die Kosten zur Trinkwassergewinnung berechnet worden seien; die Nitratbelastung von Bächen, Flüssen und Meeren habe das Umweltbundesamt noch gar nicht untersucht. Hohe Nährstoffeinträge in Gewässer schädigten Fische, Amphibien und andere Lebewesen. Die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Kosten dürften in die Milliarden gehen. Und die Schäden für die Artenvielfalt lägen „noch gänzlich im Dunkeln“.

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