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Abwasserbeseitigung in Schleswig-Holstein muss wachsenden Ansprüchen gerecht werden

Abwasserbeseitigung in Schleswig-Holstein muss wachsenden Ansprüchen gerecht werden
Eine Kläranlage.
05.01.2022 − 

Die Abwasserbehandlung in Schleswig-Holstein befindet sich auf einem hohen Niveau, steht aber vor neuen Herausforderungen. Das erklärte Landesumweltminister Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) vor Weihnachten bei der Veröffentlichung des nun fortgeschriebenen Generalplans „Abwasser und Gewässerschutz“.

In den vergangenen Jahrzehnten seien im Bereich der Abwasserbeseitigung erhebliche Baumaßnahmen durchgeführt worden, um die Gewässer vor Nähr- und Schadstoffeinträgen zu schützen und um die Sammlung und Behandlung des Abwassers an den Stand der Technik anzupassen. „Dennoch gilt es im Bereich der Abwasserbeseitigung sowohl von Landesseite als auch seitens der Trägern der Abwasserbeseitigung den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden“, meinte der Minister.

Im Generalplan werden – aufbauend auf einer Auswertung des derzeitigen Standes und der Qualität der Abwasserbehandlung – die zukünftigen Arbeitsfelder vor dem Hintergrund der Umsetzung der Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie dargestellt und der künftige Handlungsrahmen für die Sicherstellung und Optimierung der Abwasserentsorgung festgelegt.

Ein wichtiges Zukunftsthema sei das Umsteuern von derzeit vorrangig angewandten anlagenbezogenen Betrachtung (Emissionsprinzip) hin zu einer gewässerbezogenen Betrachtung (Immissionsprinzip), um die Eigenschaften des Gewässers zu berücksichtigen und die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Im ersten Schritt wurde eine Handlungsempfehlung für die immissionsbezogene Bewertung von belastungsrelevanten Schmutzwassereinleitungen in Fließgewässer vom Land erarbeitet. Diese sei nun bis Ende 2027 umzusetzen und weiter fortzuschreiben, heißt es in dem Plan.

Umgang mit Niederschlagswasser aus bebauten Gebieten stärker im Fokus

Zudem soll der Umgang mit Niederschlagswasser aus bebauten Gebieten stärker in den Fokus genommen werden. Dabei sei es das Ziel, das Regenwasser am Ort der Entstehung zurückzuhalten und die hydraulische Gewässerbelastung sowie die stofflichen Einträge in die Gewässer zu verringern." Ein weiteres Thema sei die Entwicklung einer Strategie zum Umgang mit neuen Schadstoffgruppen, erklärte Albrecht.

Um das Spurenstoffproblem ganzheitlich lösen zu können, müssten neben der Behandlung des Abwassers, z.B. durch den Bau einer vierten Reinigungsstufe, auch Lösungen für eine Elimination von Spurenstoffen an der Quelle gefunden werden, um eine effektive und nachhaltige Verringerung der Einträge von Spurenstoffen in den Gewässern zu erreichen. Für den Bereich der Abwasserbehandlung ist dem Generalplan zufolge ein Konzept zum Ausbau der Kläranlagen in Schleswig-Holstein mit einer vierten Reinigungsstufe zu erarbeiten.

Regelmäßige Selbstüberwachung

Um den Bestand der Abwasseranlagen langfristig zu sichern und eine bestmögliche Reinigungsleistung der Abwasseranlage zu erreichen, sei eine regelmäßige Selbstüberwachung notwendig. Für eine effektivere Selbstüberwachung soll die entsprechende Landesverordnung überprüft und angepasst werden, um gleichzeitig eine einheitliche Überwachung und Dokumentation zu gewährleisten.

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