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„Mecklenburg-Vorpommern droht kein Entsorgungsnotstand für Klärschlamm“

„Mecklenburg-Vorpommern droht kein Entsorgungsnotstand für Klärschlamm“
08.11.2017 − 

Mecklenburg-Vorpommern droht kein Entsorgungsnotstand für Klärschlamm. Allerdings müsse die Zeit bis 2029 genutzt werden, um entsprechende Verfahren und Anlagen zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus der Klärschlammverbrennung, insbesondere von Phosphor, zu entwickeln und einzusetzen. Das sagte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) im EUWID-Interview. „Ich setze mich dafür ein, dass Alternativen zur Verwertung von Klärschlamm gefunden und umgesetzt werden“, sagte er. Das Land Mecklenburg-Vorpommern habe zusammen mit der Universität Rostock und sechs Leibnitz-Instituten 2013 den Phosphor-Campus aus der Taufe gehoben – mit dem Ziel eines effektiven Phosphormanagements. Dazu gehöre auch die Rückgewinnung und effizientere Nutzung von Phosphor.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm in Mecklenburg-Vorpommern betrug im Jahr 2016 rund 64 Prozent der erzeugten Menge, erklärte Backhaus gegenüber EUWID. 2015 lag der Anteil des Klärschlamms, der im Land erzeugt und landwirtschaftlich verwertet wurde, mit 61 Prozent leicht unter diesem Niveau. Für das Jahr 2017 zeichne sich aufgrund der bislang vorliegenden Daten ein deutlicher Rückgang der verwerteten Menge ab. „Gegenwärtig wird von einem Klärschlammeinsatz aus Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von maximal 23.000 t Trockenmasse ausgegangen, das sind 56 Prozent des Anfalls“, so der Minister.

„Mittelfristig wird die Novelle der Klärschlammverordnung zu einem deutlichen Rückgang der in der Landwirtschaft eingesetzten Klärschlammmengen führen. Das begrüße ich ausdrücklich“, so Backhaus. Bislang habe sich die regionale landwirtschaftliche Klärschlammverwertung für die Klärschlammerzeuger durch die niedrigsten Kosten ausgezeichnet. Die erhöhten Anforderungen an die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung werden zu steigenden Kosten bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung führen, prognostizierte er.

Hinsichtlich der Verbrennungskapazitäten für Klärschlamm in Mecklenburg-Vorpommern sagte Backhaus, die in Planung befindliche Monoverbrennungsanlage der Klärschlammkooperation GmbH sei mit ca. 25.000 Tonnen Trockenschlamm für einen Großteil der Klärschlammmengen aus Mecklenburg-Vorpommern ausreichend. „Wie bisher werden aber auch Klärschlämme aus Mecklenburg-Vorpommern zukünftig sicherlich in anderen Bundesländern thermisch entsorgt“, so der Minister. Für Klärschlämme aus kleineren Anlagen des Landes könne auch weiterhin von einer bodenbezogenen Verwertung ausgegangen werden. „Langfristig wünsche ich mir aber den Ausstieg aus der bodenbezogenen Verwertung, um unsere natürlichen Ressourcen zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten“, unterstrich er.

Das komplette Interview mit Minister Backhaus können Sie im EUWID-Report "Klärschlamm 2018" nachlesen. Die 44-seitige Sonderpublikation bietet eine Auswahl von Artikeln, Meldungen, Tabellen und Grafiken, die in den vergangenen Monaten in EUWID Wasser und Abwasser zum Thema Klärschlamm erschienen sind. Themenschwerpunkt des Reports ist die Novellierung der Klärschlammverordnung und die sie begleitende politische Diskussion.

Hier finden Sie weitere Informationen und den kostenlosen Download des Reports. Die Printversion des Reports können Sie unter kundenservice@euwid.de oder Tel. +49 7224 9397-700 bestellen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in Ausgabe 46.2017 von EUWID Wasser und Abwasser, die am 14. November 2017 als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

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