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Neuentdeckte Höhle in Burglengenfeld: Stadtwerke führen Tracerversuch durch

Neuentdeckte Höhle in Burglengenfeld: Stadtwerke führen Tracerversuch durch
Symbolbild Trinkwasser
07.01.2021 − 

Die Stadtwerke Burglengenfeld wollen sich mit einem Tracerversuch einen besseren Überblick über die Auswirkungen einer erst im Frühsommer 2020 im Einzugsbereich ihrer Trinkwasserversorgung entdeckten Höhle verschaffen. Der Versuch soll Antworten darauf liefern, wie der Schutz des Trinkwassers am besten sicherzustellen ist.

Dass eine derart große Höhle, der nach seinem Entdecker benannte Zwicknagelschacht, im Stadtgebiet Burglengenfeld liegt, sei für Fachleute keine große Überraschung, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke. Große Teile des Wasserschutz- und Wassereinzugsgebiets gehörten zum Oberpfälzer Jura. Bodenschichten im Jurakarst seien häufig nur sehr dünn ausgeprägt, das Gestein sei stark zerklüftet und damit äußerst durchlässig. Hier bestünden zum Beispiel durch Dolinen vielfach direkte Verbindungen zwischen der Erdoberfläche und dem Grundwasserstrom. Niederschlagswasser, aber auch unerwünschte Stoffe wie Pflanzenschutzmittel könnten deshalb rasch in das Grundwasser und damit letztlich auch in das Trinkwasser gelangen.

Tiefster bislang bekannter Punkt der Höhle nur rund 30 Meter über dem Grundwasserspiegel

Ähnliche Auswirkungen könnte der Zwicknagelschacht haben. Der tiefste bislang bekannte Punkt der Höhle liege nur rund 30 Meter über dem Grundwasserspiegel. Nun wollen die Stadtwerke beispielsweise folgende Fragen klären: Wie lange würde es etwa nach einem Unfall auf der Umgehungsstraße in dem Bereich dauern, bis möglicherweise verunreinigtes Wasser im Grundwasser und bei den Trinkwasserbrunnen im Waldstück Raffa ankommt? Wie lange also hätten die Stadtwerke in so einem Schadenfall Zeit, um zu reagieren?

Im Rahmen des Tracerversuchs werde an geeigneten Stellen in der Höhle mit lebensmittelechtem Farbstoff versetztes Wasser eingebracht. Anhand der Färbung könne nachvollzogen werden, welchen Weg das Wasser nimmt und wie schnell das geht. Das könne wenige Stunden dauern – oder mehrere Monate. Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth erklärte, dass der Tracerversuch den ursprünglichen Planungen zufolge längst abgeschlossen sein. Zu klären gewesen sei u.a., welche Farbstoffe sich eignen und welches Labor zuverlässig die Auswertungen übernehmen.

Bau einer Aktivkohleanlage

Die Entdeckung des Zwicknagelschachts zeige eindrücklich die geologischen Besonderheiten des Einzugsbereichs der Burglengenfelder Trinkwasserversorgung auf. Das zeige auch, wie wichtig es gewesen sei, eine Aktivkohleanlage im Raffa zu bauen, so Gluth. „Das Trinkwasser, das aus unseren drei Brunnen im Waldgebiet Raffa kommt, bedarf keiner Aufbereitung und kann direkt und ohne Zusätze an die Verbraucher abgegeben werden.“

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